Köln

Eine besondere Empfehlung mit Prädikat kann der Verfasser der Lokalität Weißer Holunder aussprechen. Die kölsche Eckkneipe (obwohl sie nicht an einem Eck liegt) ist ganz im Stile der 50er Jahre eingerichtet. Zu Essen gibt es leider kaum etwas, da, ebenfalls ein Manko, noch geraucht werden darf. Das Sion-Kölsch kommt vom Fass. Ebenfalls vom Fass, Überraschung: Würzburger Hofbräu. Ein Bier aus Weinfranken, und dann gerade das, tztztz. Satz mit x, das war wohl nix. Auch die Spirituosen sind aus den 50ern. Hände weg vom Ratzeputz, ein widerliches Gebräu, das an Ingwerlikör mit Jägermeister erinnert.  Der Löwentor ist besser, aber trotzdem keine Empfehlung. Bleiben wir an diesem Abend also lieber beim Kölsch.

Einfach schön, sogar an Ludwig Ehrhard wurde gedacht…

So, was ist denn jetzt das Tolle?

Die Wirtsleute! Die Gäste! Die Musik! Die Atmosphäre! Meist sonntags, selten samstags gibt es Gesangsabende. Hier werden Lieder aus der Tradition der Edelweißpiraten gespielt. Das vor kurzer Zeit verstorbene kölsche Original Schann (Jean) Jülich war tatächlich selbst noch Mitglied in dieser Widerstandsgruppe im 3. Reich und hat seine Lieder an die Musikgruppen im Weißen Holunder weitergegeben. Neben Liedern des Widerstandes gibts aber ebenso kölsches Liedgut von den Bläck Fööss, Brings, etc. Und da singt dann das ganze Lokal mit. Bitte früh kommen, denn die Kneipe ist bald gestopft voll. Nach ein paar Minuten ist man schon mit den Kölnern im Gespräch und bekommt dialektale Sonderausdrücke erklärt. Man lacht zusammen beim „Besuch im Zoo“ und bei „Ich han ’nen Deckel“ kommen sogar einem Bayern die Tränen. Der Kellner läuft permanent mit einem Kranz umher, das Aufstehen und Bestellen entfällt also. Außerdem wird der Name auf dem Deckel notiert, damit man weiß, wer was getrunken hat. Die Wirtsleute sind in den 60ern und leben ihren Beruf, der schon eher eine Berufung ist. Für die spielenden Bands sammelt die Wirtin noch persönlich mit einem Hut. Wenn kölsche Lebensart, Veedel-Stolz und Liebe zu dieser Stadt in einem Punkt kulminieren, dann ist es diese Kneipe. Der Liederabend ist für jeden, der sich im „Paradise am Rhing, Colonia“ aufhält, ein MUSS!

Und was geht gar nicht in der Domstadt?
Sauerbraten im Restaurant/Bar Schmidtlein: Es ist mir wurscht, wie viele Belobigungen die von irgendwelchen Zeitschriften haben, einen so einen grausligen Sauerbraten hab ich maletta (meiner Lebtag) noch nicht gegessen. Da ist ja der rheinische Sauerbraten in der Bamberger Mensa noch besser! Die Knödel trocken und pulverartig und das Fleisch ebenso trocken, vom Geschmack aber sehr wässrig. Sowas muss man erst mal hinkriegen. Ich weiß nicht, was da schief gelaufen ist, aber so geht’s nicht!

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