China lobt Miesbacher Anti-Korruptionskampagne

Der chinesische Staatspräsident und Generalsekretär der kommunistischen Partei Xi Jinping hat die Anti-Korruptionskampagne gegen den ehemaligen Miesbacher Landrat Jakob Kreidl gelobt. Bezahlte Geburtstagsfeiern und Co. dürfe es bei Mitgliedern des Politbüros nicht geben, so Jinping in einer Presseerklärung vom Mittwoch. Gerade in Ländern, in denen eine Partei seit Jahrzehnten die Geschicke eines Landes zum Wohle des Volkes bestimme, sei der Funktionär der erste Kämpfer in der Front für die harmonische Gesellschaft. Xi Jinping fährt seit seinem Amtsantritt einen rigiden Kurs gegen Korruption. Auch ranghohe KP-Mitglieder aus Peking und den chinesischen Provinzen wurden im Laufe der Kampagne ihrer Ämter enthoben.

Noch im Januar hatte Xi Jinping den damaligen Miesbacher Landrat zu Hause besucht. Damals wusste er noch nicht, dass Kreidl das traditionell bayerische Landhaus mit Schwarzbauten erweitert hatte. (Quelle: PresidenciaMX, Wikimedia)

Noch im Januar hatte Xi Jinping den damaligen Miesbacher Landrat zu Hause besucht. Damals wusste er noch nicht, dass Kreidl das traditionell bayerische Landhaus mit Schwarzbauten erweitert hatte. (Quelle: PresidenciaMX, Wikimedia)

Zudem bemängelte der Präsident die Schwarzbauten an Kreidls Wohnhaus. „Ein Rotbau hätte es schon sein müssen“, so Chinas KP-Chef.

Xi Jinpings Äußerungen werden von Experten auch als Reaktion auf die Proteste in Hongkong gewertet. Da die Praxis „Ein Land, zwei Systeme“ immer weniger funktioniere, schlage der neue starke Mann aus Chinas KP einen anderen Weg ein. Unter der Formel „Zwei Länder, ein System“ wolle man chinesische Politik international vermarkten. So bot er an, im mit knapp 120 Millionen Euro am meisten verschuldeten Landkreis Bayerns finanzielle und politische Entwicklungshilfe zu leisten. „Wir können Krankenhäuser, Schulen und Straßen bauen.“ Dafür sollte lediglich die erste Fremdsprache in den Schulen Chinesisch sein. Miesbacher High-Tech-Unternehmen müssten darüber hinaus einen chinesischen IT-Spezialisten für die Datensicherheit anstellen.

Abschließend kritisierte Jinping, dass in Kreidls Landkreis Giftmüll im Straßenbau verwendet wurde. „Giftmüll hat in den Transportwegen der sozialistischen Gesellschaft nichts zu suchen.“ Vielmehr solle er dahin zurück, wo er herkomme, nämlich ins Kinderspielzeug und ins Essen.

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