Bayern und die Flüchtlinge

Präludium

Sie sind faul, sie wollen nicht arbeiten, mit Christentum haben sie nix am Hut, unter ihnen befinden sich radikale Gewalttäter, sie können kein deutsch, kurzum: sie sind Schmarotzer in Deutschland. Doch genug, ich will hier nicht noch mehr über die Ossis schimpfen. Tatsächlich liebe Heidenauer und andere da drüben, die ihr so über die Flüchtlinge herzieht, ihr solltet doch einmal sehen, wie es euch vor 25 Jahren ergangen ist. Ihr, die ihr über die Kosten der Flüchtlinge schimpft, und dass für Kindergärten kein Geld da sei: Während Städte in Westdeutschland vor die Hunde gehen, kassiert ihr immer noch schön den Soli. Während im Ruhrgebiet die Infrastruktur im Arsch ist (da gibt’s Schlaglöcher wo niemals die Sonne hinscheint), fährt man bei euch über wunderbar neue Autobahnen. Ihr, die ihr vor Islamisten Angst habt, wo steigen denn Gewalttaten gegen Menschen und Sachbeschädigungen an staatlichen Einrichtungen an? Bei euch, aus eurer Mitte! Angst vor Drogenhandel? Die Rechtsradikalen, die an eurer Seite marschieren, machen damit auch fleißig Kasse. Radikale? Wer wählt denn wieder und wieder die Parteien, die für den DDR- oder vorigen Schlamassel verantwortlich sind? Ihr wart (und seid) hilfsbedürftig, euch wurde geholfen. Euch wurde gegeben, und ihr habt fleißig genommen. Solltet ihr nicht nicht jetzt auch mal geben?
Den Protestlern in Heidenau möchte man mit Gerhard Polt zurufen: „Es faulen Hund, dassd’s amal was arwarn dads, 40 Jahr lang in die Betten umananda flackern und etz zu uns kommen und unsere Hendl fressn!“
So, nun mag der solizahlende Bayer feixen und Ossis und andere Preussen den Laptop/Tablet/Rechner vor Wut an die Wand knallen. Soooo ein böses Ossi-Bashing. Der heilige Westen und der immerböse Osten? So leicht ist es nun nicht. Kurz nach der Wende gab es im Grenzgebiet Protestflugblätter, die vor der Invasion der Ostdeutschen warnten. Noch vor der Wende trug sich diese Geschichte zu: Eine Frau aus Westdeutschland verriet Republikflüchtlinge an die Stasi. Warum? Weil sie nicht wollte, dass Ostdeutsche oder Ausländer den BRD-Deutschen die Arbeit wegnahmen. So ging das zu damals.
Tatsächlich aber gibt es auch in Ostdeutschland sehr viele Menschen, die den Flüchtlingen Hilfe leisten. Die möchte ich definitiv nicht mit meiner Kritik treffen! Außerdem hat das saturierte Westdeutschland mit seiner Freizeitgesellschaft von den Ossdeutschen erstmal wieder das lange Arbeiten gelernt, so scheint es mir. Die Wende und seine Millionen an Neubürgern brachten den westdeutschen Firmen ein gewaltiges Umsatzplus, freilich finanziert mit einer übergroßen Staatsquote.

Wo steht wer?

So, das war nun ein langes Präludium. Und, was hat das mit Bayern zu tun? Sind wir so viel besser? Naja, vielleicht ein bisserl. Aber auch bei uns in Bayern brennen Flüchtlingsheime. Und auf Facebook findet man sogar von Leuten, von bayerischen(!!) Menschen, die man eigentlich ganz weit links eingeschätzt hatte, ziemlich rechte Posts. Mei, die Extreme nähern sich dann wieder an.
Derzeit scheint ja Angela Merkel der Engel der Armen, oder auch die Mutter der Gläubigen zu sein, wie sie die Muslime zu nennen pflegen (dazu später mehr). Und Horst Seehofer so eine Art Viktor Orban, der in seiner Rolle den rechten Rand der Unionswähler einfängt, damit die nicht zur AfD rüberwandern. Dabei scheinen sich in der Realpolitik die Parteigrenzen aufzuweichen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete von Frankfurt an der Oder nimmt Flüchtlinge in sein Haus auf. Die Enkelin gibt ihnen Sprachunterricht und er selber schreibt einen offenen Brief an Hans-Christian Ströbele, ob er es nicht auch so tun wollte. Der gibt keine Antwort. Grüne und Linke im Bund fordern mehr Einsatz, während der grüne Ministerpräsident Kretschmann in Baden-Württemberg schneller abschieben will, genauso wie Tübingens grüner OB Boris Palmer. Und auch der linke Ministerpräsident Ramelow in Thüringen schiebt fleißig ab. Tja, Anspruch und Realität…

Freilich sollte man nicht zu blauäugig sein. Aber auch nicht schwarz sehen. Als vor Jahren einmal in meiner Heimatstadt ein Asylantenheim neben den städtischen Jugendtreff hinkommen sollte, war ich dagegen. Ein Arbeitskollege, Sanitäter beim Roten Kreuz, erzählte mir von den Zuständen in den Heimen, dass die Rettungskräfte etwa bei einem Einsatz mit einem Fernseher beworfen wurden (damals noch Röhrenfernseher). Eine in der Asylarbeit sehr engagierte Frau berichtete vom Drogenhandel dort. Und das neben ein Jugendtreff hinbauen, wo eh schon die Polizei jede Woche wegen Schlägereien o.ä.vorbeikommen musste? Fand ich damals keine gute Idee. Das Heim wurde dann vor die Tore der Stadt gebaut. Einige Zeit nach der Eröffnung schauten Vertreter vom SPD-Stadtverband vorbei und beschwerten sich, dass die Schaukel für die Kinder noch nicht stehe. Und dass die Stadt nicht genug mache. Böse, böse Stadt. Nunja, die Schaukel stand nicht, weil das Fundament erst noch stabil werden musste. Und einige Helfer der Heimbewohner wunderten sich, dass manche SPD-Leute sich bis auf ihren lamentierenden Besuch bis dato noch nicht wirklich vor Ort in der Arbeit mit den Asylanten eingesetzt hätten.
Die großen Befürchtungen besorgter Bürger damals blieben aber aus. Etwa in kirchlichen Kreisen fanden einige Asylanten Integration ins soziale Leben, ein schöner Zeitungsbeitrag berichtete über ein äthiopisches Mädchen an der Hauptschule, das später einmal gerne Ärztin werden wollte.
Einige Jahre später haben wir nun für einige Wochen mehrere hundert Flüchtlinge in der Schulturnhalle untergebracht. Zwar wurden hier und da die Gartentore zugesperrt, aber bis auf die Tatsache, dass die Flüchtlinge Handys hatten, gab es keine größere Katastrophe. Sie gingen halt spazieren. Ja mei, wir haben eben eine schöne Landschaft. Und ganz ehrlich: Wenn bei uns (im großen Stil) eingebrochen wird, dann dürften da weniger die Flüchtlinge, als organisierte Banden dahinterstecken. Oftmals aus jenen Ländern, die sich jetzt besonders schwer mit der Aufnahme von Flüchtlingen tun.
Ärger gab es allerdings, als die Flüchtlinge mit Beginn des Schuljahres in die Turnhalle der Berufsschule umziehen mussten. Denn im Gymnasium sollte man ja Sportabitur machen. Und schon beginnen die Verteilungskämpfe. Ist eine freie Gymnasiums-Turnhalle mehr wert als eine Berufsschul-Turnhalle? Der Flüchtling selber kann da ja nix dafür, auch die Kommunen hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass mehr Flüchtlinge kommen werden, und sie daher mehr Geld bräuchten. Aber der Bund hat das verschlafen. Vielleicht weil Griechenlandkrise war, vielleicht weil man durch die Nennung großer Zahlen keine schlafenden rechten Hunde wecken wollte.

Unsere Verantwortung

Mei, warum soll man denn überhaupt die Flüchtlinge aufnehmen? Viele kommen ja aus Lagern in der Türkei, wo sie ja nicht mit dem Tod bedroht werden. Es sei denn, sie sind Kurden oder Journalisten, oder manchmal sogar Christen, ja, Erdogans Türkei ist ein wahres Paradies.
Gut, da sprechen jetzt manche von Fachkräften, also die bekannten syrischen Ärzte. Ob das so viele sind? Nein, die sind eher die Minderzahl. Dennoch, gerade wo am Land Mangel herrscht, eine Chance. Überhaupt eine Chance. In meiner Heimatstadt in der nördlichen Oberpfalz stehen in der Innenstadt Häuser und Häuser und Häuser leer. Freilich, die meisten sind schon arg verhaut, also in einem desolaten Zustand. Aber warum sollten die Flüchtlinge die nicht herrichten, Zeit habens ja, und dürften dafür die nächsten Jahre drin wohnen? Die Geschäfte in der Innenstadt würden wohl vor Freude über die wachsende Kundschaft jubilieren. Ok, der Schweinefleischabsatz beim Metzger steigt wohl nur beim syrischen Christen, ansonsten dürften wohl Rind und Lamm öfter über die Ladentheke wandern.
Tatsächlich ist aber dieser nutzenorientierte Ansatz ein Pluspunkt der Hilfe, aber nicht der ausschlaggebende. Sonst müsste man ja wieder dem Zyniker Gerhard Polt Recht geben, der da meinte: „Früher musste man die Sklaven aufwändig in Afrika fangen, heute kommen sie freiwillig zu uns.“

Wer sind denn die Leute, die da zu uns kommen? Freilich, viele sind Terroropfer, aber es gibt auch solche, die sicherlich keine Heiligen sind. Eine Freundin arbeitet in Salzburg bei der Caritas und kümmert sich da auch um Roma vom Balkan. Gerade die männlichen Roma würden in den Unterkünften überhaupt nicht mithelfen, sondern sich eher schön versorgen lassen und alkoholisiert rumpöbeln. Andererseits berichtet sie von einem Großelternpaar aus der Slowakei, dass verzweifelt versucht, Geld für die Wasserkopf-OP des Enkels zusammenzubetteln. Wer vermag da ein grundrichtiges Urteil über all diese Fremden zu fällen, ohne alle Fakten zu kennen?
Ich hatte einen palästinensischen Mitbewohner, der mich immer wieder warnte, dass „die Juden“ doch „sehr schlau“ seien. Zwei Woche später entpuppte er sich als Mietnomade, der mir seine Schrottmöbel hinterließ, und meinem Vormieter eine Telefonrechnung von 1500 Euro. Meine muslimischen Arbeitskollegen hingegen könnten jedem Bayern ernsthafte Konkurrenz in Sachen Geselligkeit und Gemütlichkeit machen. Übrigens auch, was die Liebe zu Fleisch und zu Bier angeht.

Untergang des Abendlandes?

Ja aber was ist denn mit unserem christlichen Abendland? Zu Hülf! Wir werden überrannt vom Islam und werden irgendwann unsere christliche Identität verlieren.
Von wegen. Wir verlieren unsere christliche Identität, wenn wir nicht helfen.
Bemerkenswerterweise kommt die Besorgnis ums christliche Erbe von Menschen, die überhaupt nicht mehr in die Kirche gehen. Und hauptsächlich „Nachrichten“ glauben schenken, die in einer Trollfabrik in St. Petersburg entstehen. Und Bier trinken, dass aus Großbrauereien stammt. Diese Leute sind das Problem, wenn wir unser Erbe und unsere Identität verlieren. Nicht die Flüchtlinge.
„Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen (Mt 25,35).“ Punkt. Steht in der Bibel. Hat ein Jesus gesagt. Und der hat irgendwas mit Christentum zu tun. Somit ist wohl klar, was das christliche Abendland zu tun hat.
Leider kann ich das nicht nur den neuheidnischen Nazi-Adepten an den Kopf knallen, sondern muss das auch an die Adresse eigentlich katholischer Länder im Osten richten. Dabei darf man aber als Deutscher eines nicht vergessen: Aus diesen Ländern kommen arme Menschen, um bei uns endlich Arbeit zu finden. Und jetzt sollen diese Länder für Flüchtlinge sorgen, wo sie sich noch nicht einmal adäquat um die eigene Bevölkerung kümmern können? Das ist ein Punkt, allerdings mussten wir Deutsche, als zerstörtes Land mit hungerndem Volk Millionen Heimatvertriebene aus dem Osten versorgen und aufnehmen. Freundlich wurden die damals nicht aufgenommen, obwohl sie doch auch Deutsche waren. Ablehnung schlug ihnen entgegen. Dieselbe Mentalität finden wir heute wieder vor, gerade bei denen, denen das eigene deutsche Volk so am Herzen liegt. Die Partei, die sich damals für die Integration der Flüchtlinge einsetzte, war die CSU.
Mei, was soll man nun dazu sagen, dass die CSU nun den Schulterschluss mit Viktor Orban sucht? Orban hat seine Fidesz-Partei von einer liberalen Partei zu einer konservativen umgebaut, ganz nach dem Vorbild der CSU, deren langjährige Regierung er durchaus als vorbildlich erkennt. Nur hat er anscheinend den selben Fehler gemacht wie die CDU in Sachsen: Den Rechten zu viel Raum und Verständnis entgegen gebracht. Sein größter Verfolger ist die rechtsradikale Jobbik, in Sachsen sind AfD und NPD laut Umfragen bei 18%. Andererseits müssen wir uns auch an die Nase fassen: Warum kritisieren wir Orbans Zaun, und die Zäune in Ceuta und Melilla, den spanischen Exklaven in Marokko, sind uns wurscht? Von den Zäunen, die Bulgarien gebaut hat, wissen ja nur die wenigsten.
Tatsächlich überlastet der ungesteuerte Zustrom jetzt schon unsere Ämter (die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung dagegen ist ungebrochen). Eine geordnete Zuwanderung, das braucht es nun. Und weniger tödliche Fluchtrouten.
Auf lange Sicht muss mal wohl in Syrien für Ruhe sorgen. Ob der Plan der Russen sinnvoll ist, Assad weiter zu unterstützen, der siebenmal mehr Menschen mit seinen Bomben umbringt als der IS, da bin ich skeptisch. Bis dahin sollten die Flüchtlingscamps verbessert werden. Es kann nicht sein, dass das UN-Flüchtlingshilfswerk zu wenig Geld hat, um die Leute da zu versorgen. Da ist es doch klar, dass sie sich auf den Weg nach Europa machen, um nicht wegen Hungers vor die Hunde zu gehen. Bis sich die Staaten zu einer besseren Finanzierung der Flüchtlingshilfe entschließen, müssen wir wohl spenden. Für 125 Euro gibt’s ein Gesundheitspaket, das ist der Gegenwert eines Tages auf dem Oktoberfest oder eines recht langen Abend in München.

Unterbringung

Aber wo sollen die Flüchtlinge alle hin? Wenn man sie selber aufnehmen würde, dann wäre es eine win win win Situation. Für die Aufnahme bekommt man Miete vom Staat. Finanziell also positiv für einen selber. Der Staat hingegen spart sich bei privater Unterbringung viel Geld im Vergleich zu den Massenunterkünften. Auch für ihn ein Plus. Und wer gewinnt noch? Der Flüchtling natürlich, der in ein engeres soziales Gefüge eingebunden wird, und schneller unsere Sprache und unsere Kultur erlernt.
Ich spreche hier von „man“. Das „man sollte“, oder auch „wir alle sollten“ wird ja in linken Kreisen gerne verwendet, wenn man eine Sache gut findet, es aber doch bitteschön die anderen tun sollen. So hört man von einer Bürgerversammlung im absolut linken Bremen, die es ganz wunderbar findet, dass die Flüchtlinge kommen, nur, woanders wären sie doch besser aufgehoben. Würde ich einen Flüchtling bei mir im Wohnzimmer wohnen lassen? Nein. Zu wenig Platz. Wenn ich heim komme, brauche ich meine Ruhe. So denke ich und so denken bestimmt auch viele, die den Flüchtlingen nur Gutes wollen. Darum Vorsicht bei allzu schnellen Verurteilungen, wenn jemand Berührungsscheu hat. Das Ungewohnte, das Fremde kann im ersten Moment tatsächlich etwas Bedrohliches haben, gerade wenn man ansonsten im Leben viel um die Ohren hat. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich an das Fremde.
Hätte ich aber eine Mietwohnung frei, dann könnte er drin wohnen. Denn sollte er tatsächlich einen Schaden anrichten, weil er im Wohnzimmer grillt, muss halt das Amt zahlen. Die schlechte Erfahrung von früher soll sich schließlich nicht wiederholen. Und hey, man hätte was Gutes getan. Tatsächlich aber wird langsam der Wohnraum knapp. Es ist den Flüchtlingen zu verdanken, dass endlich wieder über sozialen Wohnungsbau geredet wird. Das kommt uns irgendwann allen wieder zu Gute.

Und wenn die später keine Arbeit finden, oder uns die Arbeit wegnehmen? Hm, wenn man sich die orthographischen und grammatikalischen Grausamkeiten der Facebook-Hassposts ansieht, dürfte die Bewerbung dieser deutschesten Landsleute auch nicht weiter als für eine Behindertenwerkstätte reichen. Wer Schwierigkeiten hat, einen Handwerker zu finden, und das hat nämlich jeder, der sollte froh um jeden Afghanen sein, der Dachdecker oder Installateur werden will.

Die Bayernmacher

Aber wie sieht dann Bayern in Zukunft aus? Das Oktoberfest existiert immer noch, es hat die Preussifizierung Münchens überlebt und wird auch damit fertig werden. Vielleicht wird der ein oder andere syrische Arzt die Oma am Land versorgen, wenn der HNO-Arzt in der oberpfälzischen Kleinstadt aus dem Iran, der Unfallarzt aus der Ex-DDR und der Pfarrer am Dorf aus Indien kommt, dann sollten wir auch einen weiteren Akademiker von ganzwoanders auch noch überleben.
Und was ist mit den Eritreern, die mit ihren 19 Jahren immer noch Analphabeten sind? Da müssen wir eben bei Adam und Eva anfangen. Auch was das Fortgehen angeht. Die Schönheit eines Dirndl-Ausschnitts und eines Disco-Minirocks gehören eben auch zu unserer Kultur dazu. Und wem das nicht passt, der sollte sich überlegen, ob der Anblick eines Minirocks nicht doch die bessere Wahl als ein Leben mit dem IS ist.
Ich kenne eine Lehrerin, die Flüchtlinge unterrichtet. Auch deutsche Berufsschüler sind an dieser Schule. Und werden von den Flüchtlingen angeraunzt, wenn sie dem Lehrer nicht die Tür aufhalten. Wir sehen: Wo heimische Eltern in der Erziehung ihrer Kackbratzen versagen, haben wir immer noch die Flüchtlinge, die deutsche Werte wie Ordnung und Disziplin vermitteln.

Noch einmal zurück zum christlichen Abendland. Man hört aus den Flüchtlingscamps, dass Angela Merkel nun die Mutter der Gläubigen sei, einer der höchsten muslimischen Ehrentitel. Diese Leute spucken auf Länder wie Saudi-Arabien und Katar, die sich rühmen, achso rechtgläubig zu sein, und statt dessen die Konflikte in der Region mit ihren Milliarden anheizen. Nehmen diese Länder viele Flüchtlinge auf? Nein. Obwohl es doch auch Muslime sind. Bei uns, im christlichen Abendland finden sie Obdach und Schutz. Das gibt ihnen zu denken. Es soll schon zu hunderten von Taufen in den vergangenen Wochen gekommen sein. Nun, das ist schön wenn das passiert, aber das ist nicht Sinn und Zweck der Übung. Wir nehmen sie bei uns auf, und erfüllen so unsere Christenpflicht. Wurscht ob sie Muslime bleiben und dauerhaft in Deutschland leben oder irgendwann wieder zurück gehen.
Und was wäre Bayern denn ohne seine Einwanderer? Ob ein Maler Tiepolo, ein Stukkateur Bossi oder ein Politiker Montgelas, alles Migrationshintergrund. Bayern besteht sogar aus Franken und Schwaben. Sogar die Preußen ertragen wir leidlich in unserer Mitte. Die kamen (und kommen) auch in Scharen. Jetzt machen wir eben aus Eritreern, Syrern und Afghanen Bayern. Es muss zwar nicht jeder gleich so werden wie der Mann aus dem Nahen Osten, den ich einmal im Schoilmichel getroffen habe: Er ließ sich Zoigl und Schweiners ordentlich schmecken. Auf die Frage, ob er das denn von seiner Religion her dürfe, meinte er im schönsten Dialekt: „Ich sitz ja im Keller, da sieht’s der Allah nicht!“ Auch wenn sie niemals Bier trinken werden oder eine Blutwurst essen, ein ausgeschnittenes Dirndl tragen oder in die Kirche gehen: Sie sollten als Neubürger und als Flüchtlinge diese Werte verteidigen. Um es mit den Worten den ehemaligen Verfassungsrichters Udo di Fabio zu sagen: „Wir können alle Krisen meistern, so lange wir nur unsere Identität kennen.“ Übersetzt auf gut bayerisch: Mia san mia, und sobald die mia sagen können und dahinter stehen, sans halt a mia.

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