Bayern und Russland

Die Welt blickt nach München, zur Sicherheitskonferenz. Die USA und Russland zanken sich dort. Unser lieber Ministerpräsident reist nach Moskau, um dort Weltpolitik zu spielen. Russlanddeutsche demonstrieren aufgestachelt durch russische Medien auch in bayerischen Städten. Im Facebook teilen eigentlich brave Bayern skurrilste Propaganda-Wolkenkukuksheime.

12572952_876493995800444_2563478809639749930_nWas ist los in Bayern? Wieso dreht sich alles nur um Russland? Bayern war in seiner Geschichte noch nie nach Russland ausgerichtet. Sondern in früheren Jahrhunderten nach Italien. Dann nach Frankreich. Und schließlich nach den USA. Antipoden waren die Österreicher, die Preußen und die Russen. Im kalten Krieg hat jeder den Russen gefürchtet, die Niederschlagung der Aufstände in Ungarn und der DDR sowie des Prager Frühlings in der Nachbarschaft gaben ja auch Grund dazu. Aber dann setzte Tauwetter ein, ausgehend von den Hoffnungen auf Perestroika. Man denke etwa an den Gerhard Polt Film: „Der Bürgermeister von Moskau“. Mei, wie war man sich damals noch sympathisch! Weiter gings in den 90ern mit der Demokratisierung und wachsenden Handels- und Tourismusbeziehungen. Doch die Hoffnungen zerschlugen sich mit dem immer aggressiver und despotischer auftretenden Putin. Jetzt spaltet sich das Land: Diejenigen, die auf die Propaganda und die Opfer Putins hinweisen, und diejenigen, die teils aus Abneigung gegen die USA, teils aus wirtschaftlichen Überlegungen, teils aus Liebäugelei mit der Politik der harten Hand die Augen nur für Russia Today öffnen.

Ein kurzer Faktencheck:

Der Fall Lisa

Oh was gab es in den vergangenen Wochen für Aufregung! Ein 13-jähriges russlanddeutsches Mädchen sei entführt und 30 Stunden lang von Flüchtlingen vergewaltigt worden sein. Die deutsche Polizei versuche das Verbrechen zu vertuschen, aufgrund der Weisung politisch korrekter Politiker. Und die deutschen Medien verschwiegen es ja sowieso. So sagt es das russische Fernsehen (mit Bildern, die leider weder zeitlich noch räumlich stimmen), so beklagt es der russische Außenminister, so jammert die NPD. „Unser Mädchen“ werde nicht geschützt, so Sergej Lawrow. Oje, die eigenen Staatsbürger werden nicht richtig geschützt, das war doch auch der Grund für die militärische Intervention in Georgien, auf der Krim und in der Ostukraine. Sprich, der Einsatz so genannter „grüner Männchen“, russischen Soldaten ohne Hoheitsabzeichen. Machen jetzt bald russische Soldaten in Berlin „Urlaub“?

Fakt ist: Es gab zum jetzigen Stand der Ermittlungen keine Vergewaltigung. Das Mädchen hatte sich die 30 Stunden bei einem Freund aufgehalten, da es Probleme in der Schule hatte und sich nicht traute, heim zur Familie zu gehen. Zu keinem Zeitpunkt war irgendwann die Rede davon, dass es von Flüchtlingen vergewaltigt worden wäre, wie es das russische Fernsehen und die NPD behauptet hatten. Das Mädchen war allerdings keine Jungfrau mehr, soviel stellten die Ermittler fest. Das kam aber eben nicht durch eine Vergewaltigung, sondern durch „einvernehmlichen Sex“. Sprich: Männlein und Weiblein wollten es. Doch handelt es sich hier um eine 13-Jährige, und da ist auch einvernehmlicher Sex ein Fall für den Staatsanwalt. Im Verdacht stehen als Liebhaber ein Türke, ein Deutschtürke, ein Deutscher (warum hören wir da nix von der NPD?) und, ohoooo, ein Russe! Warum hören wir da nix von Herrn Lawrow? Will er jetzt in Moskau die grünen Männchen einsetzen? Übrigens: Wer der deutschen Polizei noch einen Vorwurf machen will, der sollte mal hier reinschauen.

Not so funny fact: Die deutschen Rechten warnen ja vor einer Islamisierung Deutschlands und verweisen auf Russland, dass angeblich seine Identität besser schütze. Dabei herrschen in Tschetschenien, seit dem Krieg wieder in Russland eingegliedert, der Islamismus, Scharia-ähnliche Zustände – mit Billigung Moskaus.

 

Der Untergang des Abendlandes

Aber warum setzen denn die russischen Medien solche Falschmeldungen in die Welt? Der Grund ist einfach: Russland geht’s nicht gut. Einerseits aufgrund der Sanktionen. Und weil man aus kindischem Wie-du-mir-so-ich-dir im Gegenzug ausländische Waren boykottiert. Andererseits weil die staatliche Kleptokratie (interessant, mit welchen Methoden des organisierten Verbrechens Putins Kamarilla sich bereichert) es nicht geschafft hat, in 16 Jahren Putins Herrschaft den Staat auf eigene Beine zu stellen. Sondern einfach nur immer weiter auf die Ausbeutung der Rohstoffe gesetzt hat. Vor allem des Öls. Und das rauscht halt gerade in den Keller. Tja, wenn man es trotz sprudelnder Einnahmen es so lange Zeit einfach verschläft, sein Land auf Vordermann zu bringen und stattdessen einen Krieg in der Ukraine anfängt, dann ist man jetzt angeschissen. Aber natüüüüüüüürlich ist doch da Herr Putin nicht schuld. Nein, der Westen ist der Bösewicht (Wie immer, gähn, denkt euch mal was neues aus, Reptiloide ist die neue In-Verschwörung! Vielleicht in Verbindung mit Chemtrails und der Impfmafia?). Dennoch fangen die Russen an zu denken, und könnten eventuell den tatsächlich Verantwortlichen bei den Wahlen abstrafen. Nein, Putin muss zeigen, dass es im angeblich so goldenen Westen viel schlimmer, viel chaotischer ist, als im korrupten, kaputten Russland. Denn das hat ja dank seiner Unfreiheit wenigstens eine Ordnung.

Manche Leute meinen ja, die Ordnung in Putins Reich wäre besser als unsere Freiheit. So ein Schmarrn. Denn in Russland herrscht trotz der Unfreiheit keine Ordnung. Das organisierte Verbrechen floriert, warum auch nicht, missliebige Journalisten, die sowas aufdecken, müssen um ihr Leben fürchten. Die Freiheit in unserem Land führt zur Ordnung, weil es auch die Freiheit der gegenseitigen Kontrolle von Presse, Gesellschaft und Politik ist. Ohne Freiheit keine Ordnung.

Doch dank Pegida und Russia Today sind die vierte Macht im Staat, die Medien, auch in unserem unter große Kritik geraten. Lügenpresse nennt man das. Seltsam, dass dieselben Leute, die öffentlich-rechtliches Fernsehen oder die Presse hierzulande für gesteuert halten, einen vom russischen Staat finanzierten Sender für unabhängig glauben. Da muss doch irgendeine Fehlschaltung vorliegen?! Das Ziel der Propaganda ist dabei nicht einmal so sehr, die Leute einhundertprozentig von Putins Weltsicht zu überzeugen. Sondern so viele Zweifel in gesicherte Fakten zu streuen, dass gar nichts mehr glaubhaft wirkt. Und dann können Fakten um Fakten kommen, der RT-deutsch Fan wird gar nichts mehr glauben. Weil ja hinter allen Argumenten und Tatsachen eine US-gesteuerte Verschwörung steckt.

Was sind das für Menschen, die wider besseren Wissens solchen Mist in die Welt setzen? In Deutschland wohl unsichere Gemüter die sich an eine einfache (in diesem Fall russische) Welterklärung klammern müssen, weil die Welt zu komplex geworden ist. In Russland wohl Leute, die gutes Geld mit Propaganda verdienen. Und dafür Prinzipien wie Wahrheit über Bord werfen. Einfach nur für Geld und das Prestige, mit der mächtigen Kamarilla mit am Tisch sitzen zu dürfen. Tadaa, auf einmal finden wir den bösesten westlichen Kapitalismus auf russischer Seite.

Leider, leider bringen auch deutsche Medien Schmarrnsendungen von RT, wie etwa der thüringische Privatsender Salve TV (der einem Wellnesstempel-König gehört). Ein besonders gern gesehener Gast auf diesem Sender und zeitweiliger Moderator war dort übrigens der jetzige thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow. Soviel zum Thema Nähe zur Politik.

Der Faschismusvorwurf an die Ukraine:

„Quengel, quengel, da sitzen nur Nazis in der ukrainischen Regierung. Und die wollen wir ja nur bekämpfen.“

Abgesehen davon, dass der allergrößte Teil der Maidan-Bewegung auf demokratischen Füßen steht und die einen korrupten und mörderischen Präsidenten verjagt haben, ist da was dran an dem Vorwurf?

Ja, es sitzen einige ziemlich rechtsgerichtete Wirrköpfe im ukrainischen Parlament. Aber die sitzen auch im griechischen, im französischen und in vielen anderen Parlamenten dieser Erde. Und die werden von Russland hochgepäppelt, dazu gleich mehr.

Dann kehrt doch mal lieber vor der eigenen russischen Haustür. Denn in der Ukraine sitzen sie im Parlament, in Russland in der Regierung. Wie etwa Vizepräsident Dmitri Rogosin, der die Teile der Sowjetunion wieder einsammeln will und sonst keinerlei Berührungsscheu mit extrem rechten Positionen hat. Faschistische Politik? Hmmm, wenn in Russland Gesetze gegen Homosexuelle erlassen werden, wenn Kaukasier in den Straßen angegriffen werden, wenn missliebige Journalisten und Oppositionspolitiker auf den Straßen erschossen werden, dann solltet ihr die grünen Männchen vielleicht einmal im Kreml aufräumen lassen.

Mehr noch. Dieser Kreml unterstützt rechte Parteien in ganz Europa, wie etwa den Front National in Frankreich, die AfD, die ungarische Jobbik usw.  Vertreter rechtsradikaler Parteien wie der NPD versammeln sich in St. Petersburg mit Duldung der Regierung. Seltsam, dass Putin ein Freund und Förderer der ultranationalistischen Entwicklungen ist, außer in der Ukraine. Der Faschismusvorwurf trifft also eher auf die Politik der russischen Regierung zu. Widerwärtig – oder auch bezeichnend? – dass Linke, die permanent Sarah Wagenknecht-Posts teilen, daran nichts auszusetzen haben.

Die NATO-Osterweiterung

„Quengel, quengel, Russland muss sich doch wehren, wenn die NATO bis an seine Grenzen vordringt. Quengel, quengel, Russland wurde betrogen, die NATO hätte sich nie so weit nach Osten erweitern dürfen, alle Verträge wurden seitens des Westens gebrochen.“

Ein EU-Handelsabkommen, der eigentliche Grund für die Aufstände in der Ukraine, die zur Vertreibung des ultrakorrupten und putintreuen Regimes von Janukowitsch führten, ist noch keine Expansion. Aber Handel bringt Annäherung. Annäherung an demokratische Systeme. Und die fürchtet Putin eben wie der Teufel das Weihwasser. Also gleich mal Aufstände angezettelt auf der Krim und im Donbas, um die neue Regierung zu destabilisieren.

Hat die NATO Gebiete annektiert? Nein. Hat Russland Gebiete annektiert? Ja, nach einer „Volksabstimmung“ ohne OSZE-Beobachter und mit russischen Soldaten zur „Sicherheitswahrung“. Hat die NATO Panzer in der Ukraine? Nein. Hat Russland Panzer in der Ukraine? Ja, aber hallo. Werden in NATO-Staaten Regimekritiker auf der Straße ermordet? Nein, wobei die repressive Türkei ja nicht gerade zimperlich mit Journalisten umgeht. Bis zum Abschuss des russischen Kampfjets waren Erdogan und Putin noch gut Freund. Erdogan weihte gemeinsam mit Putin noch im vergangenen September eine Moschee in Moskau ein.

Werden in Russland Regimekritiker auf der Straße ermordet? Ja. Boris Nemzow, wer es vergessen hat. Unterstützt die NATO neonazistische Parteien durch Geld? Nein. Unterstützt Russland neonazistische Parteien in der EU? Ja, haben wir gerade geklärt. Gab es einen Vertrag, der die NATO-Osterweiterung untersagt? Nein, das bezeichnet sogar Gorbatschow als Schwachsinn. Wenn irgendwelche Sowjetgeneräle sich nun als Verlierer fühlen, nur weil sie Jahrzehnte ein verbrecherisches kommunistisches menschenmordendes Regime unterstützt haben und sich deswegen irgendwas zusammenphantasieren, ist das nicht mein Problem. Warum wollten denn das Baltikum und die ehemaligen Ostblockstaaten in den 90ern in die NATO? Weil sie jahrzehntelange schlimme Erfahrungen mit einer russischen Besatzungsmacht hatten. Darf Deutschland sich als Hegemonialmacht aufspielen und ihnen diesen Wunsch versagen? Nein. Und warum tendieren nun auf einmal die Ukraine und Finnland und Schweden Richtung NATO? Hmmm, könnte vielleicht an Herrn Putin liegen. Diplomatische Lösungen sind wünschenswert, aber Putin hat daran wohl kein Interesse. Denn wenn die Ukraine ein sicheres und freies und blühendes Land würde, dann hätte er ein Jahr später einen demokratischen Maidan auf dem Roten Platz und weg wäre er.

Wer hat denn Verträge gebrochen? Russland. Russland hat nämlich in den frühen 90ern der Ukraine ihre territoriale Unverletzlichkeit zugesichert. Im Austausch dafür gab die Ukraine ihr damals enormes nukleares Arsenal aus Sowjetzeiten zum Verschrotten ab. Tja, hätten sie das mal behalten. Aber wenn man den Russen vertraut…

Die Flüchtlingskrise

Ähhhh... Was?

Ähhhh… Was?

Von seitens rechter Medien wird oft behauptet, die Flüchtlingskrise sei von den USA inszeniert worden, um Europa zu schwächen. Und so die Hegemonie der USA zu stärken. Nun, wem nützt die Flüchtlingskrise? Europa noch uneiniger als zur Griechenlandkrise. Rechte Parteien überall auf dem Vormarsch. Cui bono? Sicher nicht den USA, die ein starkes Europa als Absatzmarkt brauchen. Wie auch wir ein prosperierendes USA, China und Russland als Absatzmärkte brauchen. Wir haben oben schon behandelt, dass Russland gezielt rechte Parteien in ganz Europa fördert. Diese betreiben daher eine viel russlandfreundlichere Politik. Die extrem linken Parteien sind ja sowieso auf Russlands Seite. Und je mehr Flüchtlinge kommen, desto stärker die Rechten, desto mehr Gewicht pro Russland in den einzelnen Ländern. Desto weniger demokratische Parteien, die eher Richtung USA tendieren. Die Flüchtlingskrise ist also gut für Russland. Und wer befördert die Krise? Russland. Erstens durch die permanente Unterstützung Assads, auf dessen Konto viel mehr Tote und Zerstörung als durch den IS geht. Der übrigens den IS selbst kaum bekämpft hat, sondern mehr die anderen Oppositionsgruppen. Seit Jahren hält Russland als einziges Land neben dem Iran Assad an der Macht und schafft so noch mehr Leid und einen immer längeren Bürgerkrieg. Zweitens durch die Angriffe der eigenen Luftwaffe. Die vor allem die Zivilbevölkerung treffen. Sie wirken nicht nur gegen den IS, sondern auch gegendemokratische Gruppen, produzieren viel mehr Flüchtlinge und setzen so Europa weiter unter Druck. Dankeschön hierfür! Gerade geht Russland in Aleppo nicht gegen den IS vor, sondern gegen die anderen Oppositionsgruppen. Irgendwann sollen dann nur noch Assad und der IS übrig bleiben. Und der ist für niemanden eine Alternative zum Russland-Verbündeten Assad. Ein unglaublich zynisches Spiel Putins, ausgetragen auf dem Rücken von Millionen Zivilisten. Viele Facebooker finden das gerechtfertigt. Schließlich würde Russland ja nur seine Interessen schützen. Was auch immer die in Syrien sind, abgesehen von einem Luftwaffenstützpunkt. Eine weitere Rechtfertigung: Die USA fingen ja auch ständig irgendwo Krieg an. Naja, gegen den Irakkrieg gingen hunderttausende hierzulande auf die Straße. Hier sehe ich niemanden, der dagegen aufsteht, dass Russland (neben dem IS) den letzten intakten Rest Syriens auch noch kurz und klein kloppt. Besonders be-schä-mend: Die NGO Oxfam hat berechnet, wie viel die Staaten für die Flüchtlingshilfe geben müssten, anhand der Wirtschaftsleistung 2015. Unser Nachbar Dänemark gab stolze 318%, Deutschland immerhin 152%. Und Russland? 1, in Worten e i n Prozent. Da gab die Slowakei mehr. In den absoluten Zahlen siehts ebenfalls traurig aus, da ist das kleine Luxemburg sogar stärker dabei. Muss man nicht extra erwähnen, dass sich das Riesenreich nicht gerade damit hervortut, notleidende Flüchtlinge aufzunehmen.

Seehofer und Stoiber haben in Moskau nicht auf den Tisch gehauen. Haben sie Putin wenigstens aufgefordert, keine Nazis mehr in Europa hochzupäppeln? Immerhin könnten sie damit an Strauß erinnern, rechts von der CSU dürfe es keine demokratisch legitimierte Partei geben.

Oder haben sie sich dadurch geschmeichelt fühlen, dass der große Zar den kleinen Ministerpräsidenten empfangen hat? Sie haben ihm gar versichert, gegen die Sanktionen vorzugehen, auf dass die bayerische Wirtschaft wieder bessere Geschäfte machen kann. Einzige Unterstützung bekamen sie für diese Aktion von der Kommunistin Sarah Wagenknecht. Das sollte einem schon zu denken geben!

Mei, für die eigene Wirtschaft zu sorgen ist legitim. Allerdings sollte man prüfen, ob Milchverkäufe und fette Schweineteile es wirklich wert sind, bei Nazipropaganda im eigenen Land, Bürgerkrieg und einer Verschärfung der Flüchtlingskrise die Augen zuzudrücken. Außerdem wird Putin (wenn er etwas schlauer ist als in den letzten 16 Jahren) über kurz oder lang seine Landwirtschaft stärker auf Selbstversorgung ausrichten. Dann schauen wir wir mit unseren Exporten wieder in die Röhre. Dann ist nichts gewonnen, aber viel verloren. Grundsätzlich ist die Idee auch nicht auf Seehofers Mist gewachsen, sondern auf Stoibers. Der wohl keinen Bock mehr auf Ruhestand hat, sondern ganz in Straußscher Manier Strippenzieher der Weltpolitik sein will. Der katholische Humanist Erasmus von Rotterdam hat im 16. Jahrhundert in seinem Werk „Julius exclusus e coeli“ über den schrecklichen Papst Julius II. geschrieben. Der habe sich wegen seines kriegerischen Lebenswandels aus dem Himmel ausgeschlossen. Erasmus wetterte gegen die alten Männer, die mit jungen Frauen und auf dem Schlachtfeld ihre Männlichkeit beweisen wollten. Was er wohl heutzutage sagen würde…

Die Lage hat sich wohl nicht geändert. Immer noch schauen so viele in den sozialen Medien zu machtgeilen starken älteren Männern auf, Hauptsache sie sitzen mit nacktem Oberkörper auf irgendwelchen Tieren. Und ihr? An alle KenFMs, Nato-Austrittler, angeblichen Friedensstiftern und jungen Naivlingen, NPDlern, AfDlern, Linksparteilern, die sich zu nützlichen Idio…, nein, ich möchte nicht beleidigend werden und Lenin zitieren, ihr nützlichen Lakaien. Sitzt ihr tatsächlich alle in St. Petersburg in den Trollhäusern und bekommt Kohle von Putin? Oder greift ihr nur dankbar jeden Propagandascheißdreck auf, der da in die social-media-Welt hinausgesabbert wird?

Oh du mein liebes Bayernland. Wir waren schon immer Grantler und schon immer misstrauisch allem und jedem gegenüber. Doch warum gehen dann doch einige einem offensichtlichen Propaganda-Humbug auf den Leim? Hoffnung machen mir allerdings russlanddeutsche Schüler in der Oberpfalz. Die kriegen die Krätze, wenn sie das Wort Putin auch nur hören. Sie haben verstanden, dass Freiheit und Demokratie mit Frieden und Wohlstand Hand in Hand gehen. Die Despoten, auch wenn sie so geschickt sind in social media, werden sich nicht durchsetzen. Irgendwann wird auch in Russland wieder die Demokratie und Freiheit einkehren. Und dann trinken wir wieder mit Gerhard Polt und dem Bürgermeister von Moskau Bier und Wodka.

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