Bayerns Kampf gegen Drogen

Die Problematik

Sollen wir Oberpfälzer auch bald so ausschauen?

Sollen wir Oberpfälzer auch bald so aussehen?

Ostbayern wird von Chrystal Meth überschwemmt. 2011 stellte die Polizei doppelt so viel Meth sicher als das Jahr zuvor. 2012 dürfte die Zahl mit über 14 Kilo in der Oberpfalz noch einmal kräftig gestiegen sein. Ein Gramm reicht schon für eine „Party“. Wer weiß, welch kleiner Teil der Polizei überhaupt ins Netz geht?

Chrystal Meth: Die Droge, die in den USA für den Serienhit „Breaking Bad“ sorgte. Die Droge, die auch als Hitler Speed bekannt ist. Nein, nicht weil sächsische Neonazis damit dealen, sondern weil die Nazis sie im Krieg einsetzten, um die eigenen Soldaten zu dopen. Die Droge, die extrem schnell süchtig macht, und die einem so ziemlich alles zerfrisst: Hirn, Haut, Zähne. Das erste bekannte Opfer war wohl Freddy Krüger. Die Droge, die aus dem Hustenmittel Pseudo-Ephedrin hergestellt wird, mit den netten Zutaten Batteriesäure und Abflussreiniger. Die Droge, die schon beim ersten Mal abhängig macht.

Wo kommts her? Die Rohstoffe stammen vermutlich aus Polen, in Tschechien wird’s produziert. Fahnder rechnen mit rund 360 Drogenküchen im Nachbarland. Denn dank sehr liberaler Drogengesetze wird wird bislang der Besitz einiger Gramm nur mit einer Verwarnung bestraft. Österreich und Bayern machen aber Druck, damit die Gesetze drüben verschärft werden. Zu Recht!

Legalize it?

Aber, werden viele sagen, Verbote stärken doch nur die Mafia und den Schmuggel. Legalisiert es, besteuert es und stellt die Produktion unter staatliche Aufsicht: Dann wird der Mafia das Wasser abgegraben, der Konsument läuft nicht Gefahr, ein gepanschtes Produkt zu nehmen, und der Staat nimmt Steuern ein.

Jeder weiß, ich bin ein Freund eines ausgeglichenen Staats-Haushalts. Steuern, Juchu!!! Und tatsächlich ist die Drogenmafia das schlimmste an der ganzen Thematik. Wie viele Leute sterben in Mexiko auf grausamste Weise, nur damit sich ein paar Schnösel die Nase pudern können? Schaut euch mal von diesem Beitrag des Vice-Magazins die Minuten 2:16 – 3:00 an. Warnung: Nicht essen dabei!

Aber kann Legalisierung wirklich das Ende des Terrors bedeuten?

  • Die Mafia in USA wurde durch die Prohibition groß. Und die heutige Mafia in Südamerika und Italien wuchs auch ins Extreme durch den Drogenhandel. Aber: die Mafia in den USA gibt’s immer noch, obwohl der Whiskey nicht mehr ins Land geschmuggelt werden muss. Werden die Drogen legalisiert, kümmern sich die Verbrecher wohl stärker um die Punkte Menschenhandel, Zwangsprostitution, Giftmüllverklappung usw.
  • Zigaretten waren bei uns nie verboten. Und dennoch verdient das organisierte Verbrechen auch hier mit. Nämlich mit geschmuggelter Ware, die günstiger sind als das staatliche Angebot. Mit Streckmitteln, schlechterer Qualität etc. kann man die staatlichen Preise immer unterbieten. Und weiter mitverdienen.

Recht auf Rausch? Ja, aber…

Aber, werden viele sagen, berauscht sich der Mensch denn nicht seit Jahrtausenden? Und ist Alkohol nicht auch eine Droge, eine bayerische Droge? Ja, freilich gehört der Alkohol zu Bayern, seit die Römer hier Wein gepflanzt und die Mönche Bier gebraut haben. Und natürlich verändert auch der Alkohol das Bewusstsein. Doch in Bier und Wein stecken selten Batteriesäure oder Rattengift. Früher mal Frostschutzmittel in österreichischem Wein. Aber diese Zeiten sind vorbei. Hoffentlich. Alkohol in Maßen genossen ist ja ein bekanntes Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein jahrtausendealtes Mittel zur Geselligkeit. Tatsächlich wurden die frühen Menschen sesshaft, weil sie Getreide anbauten. Nein, nicht zum Brot backen, sondern tatsächlich um Bier zu brauen. Aus Jägern und Sammlern wurden Bauern. Aus Bier entwickelte sich unsere Zivilisation. Na sowas! Natürlich geht vom Alkohol eine immense Gefahr aus, wenn zu oft Grenzen überschritten werden. Aber irgendwas muss ja sein. Schließlich haben schon die Toten Hosen festgestellt, dass Jesus aus Wasser Wein machte.

Dass Menschen sich berauschen, liegt anscheinend in unseren Genen. Als Rauschalternative zu Meth, Koks, Heroin usw. würde ich aber eine Halbe Bier jedes Mal vorziehen. Dazu später mehr.

Aber, werden viele sagen, harte Drogen, wer nimmt denn schon harte Drogen? Tja, das sind mehr Leute als man denkt. Vor zehn Jahren fiel ich aus allen Wolken, als ich hörte, dass Leute in Weiden in der Oberpfalz Heroin spritzen. Ich hatte immer gedacht, sowas gibt’s nur in Sündenpfuhlen wie Berlin oder Hamburg. Nein, sowas passiert vor unserer Haustür.

Hier mal drei Einblicke aus München.

Fallbeispiel 1:

Auf einer Tanzfläche im ChakaChaka komme ich mit einer jungen, hübschen Dame ins Gespräch. Wir ziehen weiter ins Palais. Das ist ein Club für die After-Party. Auf den Klotüren weisen Schilder darauf hin, dass Drogenhandel hier verboten sei. Aha, muss man darauf extra hinweisen? Die Musik ist schlecht, einige Leute gehen trotzdem ab wie Hulle. Seltsam. Ich spreche meine Begleiterin drauf an. Ihre Reaktion? Sie schwärmt von Ecstasy. Ich falle, wie vor zehn Jahren, wieder aus allen Wolken. „Warum nimmt man denn sowas???“ „Boah, wenn du das nimmst, dann ist alles anders, der Tisch (!!)zum Beispiel sieht dann voll geil aus.“ Ecstasy nehmen, um Tische  geil zu finden. Ahja. „Und warum sparst du nicht das Geld, das du für Drogen ausgibst, und kaufst du dir einen Tisch, der von vornherein geil aussieht?“ Meiner drogenfreien Logik hat die Madame nichts entgegenzusetzen. Sie verschwindet im Wust der tanzenden Menschen.

Fallbeispiel 2:

Der DJ Felix Kröcher legt in der Freiheizhalle auf. Weil die Musik gut ist, schwinge ich auf herausragende Weise das Tanzbein. Das lockt anscheinend an: Ein Mann jenseits der 30 spricht mich an. „Suchst du was?“ „Nein, den Sinn des Lebens habe ich bereits gefunden, ansonsten nur eine Traumfrau.“ „Nein, nein, ich meine ob du was hast, um dich leichter zu machen?“ „Naja, ich war vor Weihnachten meine Sünden beichten.“ „Neihein, ob du was hast, um drauf zu sein?“ Da gehen mir auf einmal die Augen auf: „DROGEN??!!“ „Naja, so kann mans auch nennen, ich würde es eher als Bewusstseinserweiterung sehen.“ Sogleich nehme ich den Typen ins Gebet. Und weise ihn auf Alternativen hin. Denn ich kann zu dieser vorgerückten Uhrzeit darum noch so abgehen, weil ich einen Espresso mit Haselnusslikör getrunken habe. DIE Alternative zu Koks. Und um ansonsten gut drauf zu sein, empfehle ich ihm, Udo Jürgens zu hören. Seine Stimmung schlägt schlagartig um. Bäm. Haselnusslikör? Udo Jürgens??? Seine Augen funkeln vor Zorn, als er langsam einige Schritte zurückweicht und dann die Flucht ergreift. Ja mei, wenn man keinen Udo Jürgens mag, dann müssen schon viele Drogen durch Hirn gelaufen sein.

Fallbeispiel 3:

Wieder schwinge ich auf herausragende Weise das Tanzbein, diesmal in der Roten Sonne zu Dominik Eulberg. Anscheinend wirken meine Dance-Moves auf Drogenkandidaten magisch anziehend, denn schon steht ein blondes Mädchen Mitte 20 vor mir. Sie kommt gleich zur Sache: „Hast du Drogen?“ „Waas?“ Sie nennt den Namen einer Substanz, den ich nicht verstehe. „Ob du Drogen hast?“ „DROGEN???“ „Psssst, nicht so laut.“ Nunja, um uns herum herrschen 2 Millionen Dezibel, das wird keiner verstehen. Ich fange an mit meiner Moralpredigt, da zuckt sie mit den Schultern, dreht sich um und geht. Anscheinend kann ich tanzen, meine Ratschläge schrecken aber eher ab.

Ja sagermal, was ist denn in die Jugend gefahren? Warum nehmen die Drogen, obwohl das alles gutaussehende und sympathisch wirkende Menschen sind?

Meine Erklärung:

  1. Die Musik ist nicht gut. Lösung: Woanders hingehen.
  2. Bewusstseinserweiterung. Lösung: Ein Buch lesen.
  3. Man ist müde und will so tanzen können wie ich. Lösung:

Folgende Alternativen:

Hilfsmittel gegen Stimmungstiefs sind Zucker (Gummibärln, Schoki, süße Getränke…), gutes Essen (v.a. mit Fett) und natürlich lieblicher Frankenwein. Leider wird gerade im südbayerischen Raum in Clubs viel zu oft Grüner Veltliner aus Österreich ausgeschenkt. Von diesem sauren Plempl kann die Stimmung tatsächlich nicht besser werden.

Captain Picard zeigts: Earl Grey führt einen auch zu den Sternen. Als Star Wars Fan kann ich hier Star Trek tatsächlich was abgewinnen. Haarausfall ist übrigens keine Nebenwirkung von Earl Grey.

Captain Picard zeigts: Earl Grey führt einen auch zu den Sternen. Als Star Wars Fan kann ich hier Star Trek tatsächlich was abgewinnen. Haarausfall ist übrigens keine Nebenwirkung von Earl Grey.

Hier sollte man also schon vor dem Fortgehen gegensteuern. Ich habe ja schon den Espresso mit Likör genannt. Auch gut sind etwa Ceylon Tee oder Earl Grey. Die kann man mit Baileys und/oder Kaffee- und Teelikör pimpen, wenn man unbedingt in andere Sphären will. Und dank des darin enthaltenen Koffeins tanzt man länger und besser, ist am nächsten Tag fit, hat keine mordende Drogenmafia unterstützt und die Zähne fallen einem auch nicht aus.

Liebe Leser, liebe Drogenkonsumenten: Ich weiß nicht, ob meine mahnenden Worte auf der Tanzfläche und im Netz etwas bringen. Ich weiß auch nicht, wie man Leute aus dem Drogensumpf raushilft. Ich hoffe zumindest, dass Aufklärung und Alternativen wenigstens ein paar Menschen vor dem ersten, gefährlichen Schritt bewahren. Wer sich weiter über Meth in Ostbayern informieren will, findet bei der Aktion „Need no Speed“ viel Hintergrundmaterial.

Liebes Bayern: Du hast so schöne Menschen, Du hast so schöne Biergärten, Du hast so schöne Dialekte, Du hast so schöne Weinberge und Du hast so geile Clubs. Da kannst Du doch auf die Drogen scheißen, oder?

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