Das Kreuz mit dem Kreuz

Warum hängen in Bayern noch Kreuze in den Schulen? Darum!

Von der „Unerträglichkeit“ des Kreuzes

Unsere Schüler bilden sich neben der Schule auch mit Actionfilmen, den Nachrichten und PC- und Konsolenspielen. Da kommt natürlich nie und nimmer Gewalt drin vor. Es gibt sogar in bayerischen Kleinstädten Sechstklässler, die mit ihrem Youporn-Account prahlen. Aber die Reizüberflutung durch eine Holzschnitzarbeit, die ist dann „unerträglich“.

Lasst uns lieber das atheistische Musterland Nordkorea als Vorbild nehmen. Dort werden die Schüler nicht mit dem Bild eines gefolterten Christus belästigt, sondern mit dem Bild des Folter-Chefs Kim Jong Un beglückt. Juche!

Christen sind die weltweit am meisten verfolgt Minderheit. Wir zeigen uns mit allen und jeden solidarisch. Aber bloß nicht mit Christen, die mit ihrer Botschaft von Nächstenliebe und Eintreten für Schwache bis zum Ende das Volk verhetzen.

Warum hängt denn da überhaupt wer?

Gut, der Staat muss neutral sein und darf keine Religion bevorzugen. Richtig so. Aber kann man denn durch eine Holzfigur Schaden erleiden? Die klügsten Köpfe unserer Republik kommen aus dem Freistaat, was der PISA-Test beweist. Dumm macht das Kreuz also nicht. Und trotz permanenter Indoktrination gibt’s auch in unserem Land Atheisten. Wo kommen die denn her? Hat sie vielleicht das Kreuz zum Nachdenken angeregt? Und haben sie vielleicht daher ihre Entscheidung getroffen? Wenn es so ist, ist das doch gut! Eine bewusste, rational getroffene Entscheidung ist besser, als all die Mitläufer, die so vieles mitmachen, was gerade „cool“ ist. (Hör ich mich gerade an wie aus der Adenauerzeit? Schön!)

Warum hängt das Kreuz überhaupt in den Schulen? Im Dritten Reich wurde auch schon versucht, das Kreuz abzuhängen. Nur der Staat sollte die Oberhoheit über die Schulen und die Köpfe der Kinder haben. Niemand stand neben oder über der Ideologie oder dem Staat. Genau aus diesem Grunde hat es nun in unserer Zeit diesen besonderen Platz. Genau aus diesem Grunde steht der Gottesbezug in der (bayerischen) Verfassung. Weil eben nicht der Staat alles sein soll. Weil der Mensch eben nicht nur ein Diener des Staates oder einer Ideologie ist. Der Mensch, jeder Mensch, hat seinen eigenen Wert, den ihm kein Staat und keine Autorität nehmen können. Der wird ihm von höherer Stelle garantiert. Die Verfassungsväter haben diesen Garanten an einem Gott festgemacht. Also an einer Stelle, die vor menschlichem Zugriff geschützt ist. Später sollte das der ehemalige Verfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde so zusammenfassen: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ (Ders.: Staat, Gesellschaft, Freiheit, Frankfurt a.M. 1976, S. 60)

Übrigens: Es ist ja Fakt, dass in den frühen 30er Jahren in den katholischen Wahlkreisen BVP und Zentrum, und nicht die Braunen gewählt wurden. Der Ösi wäre mit den Klerikal-Wählern nie an die Macht gekommen (auch wenn es in manchen Alpentälern arg braune Flecken gab!). Und viele im Bayernland grüßten dann auch aus Protest nicht mit H.H. sondern mit Grüß Gott.

Verfechter, Vorsicht!

Welches Argument für mich gar nicht zählt, ist dieses: Manche politischen Berufskonservativen könnten meinen, wie in Italien: Das Kreuz ist ja gar kein religiöses Symbol mehr, sondern ein kulturelles. Dass das Kreuz zu Bayern gehört, wie Bier und Knödel, ist auf jeden Fall richtig. Und Bier und Knödel sind auf jeden Fall gute Sachen. Aber es nur deshalb in den Schulen zu belassen, und damit auf dieselbe Ebene zu stellen wie pumperlgsunde Bayern-Nahrung und seinen eigentlichen Inhalt verleugnen, das ist dann schon Blasphemie von konservativer Seite.

Agent provocateur

Und noch was: Womit bitteschön soll der Bayer seinem Ärger Luft machen? Wird das traditionelle „Zefix“ dann auch als klerikale Indoktrination unter Strafe gestellt? Sakrament!

Auf jeden Fall ist das Kreuz eine Provokation. Und wie sagt schon unser aller (zumindest meiner) Lieblingsatheist Peter Sloterdijk: „Die Philosophen haben der Gesellschaft immer nur geschmeichelt. Es kommt darauf an, sie zu provozieren.“ Amen, Bruder.

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