Rauchverbot

Das Thema Rauchverbot ist ja nun schon seit einigen Jahren entschieden, und hat angeblich der CSU die absolute Mehrheit gekostet. Aber im benachbarten Ausland wie Österreich, Berlin oder Sachsen wird der Bayer immer noch mit dem Thema konfrontiert. Und gerade bei dieser Sache haben die Befürworter der Fluppe mit der Freiheit eines Bayernmenschen argumentiert.

Ja, die Freiheit ist in diesem Diskurs von zentraler Bedeutung. Ethiker sprechen schon lange nicht mehr nur von der „Freiheit von“, sondern auch von der „Freiheit zu“. Es gibt also nicht nur die Freiheit von staatlichen Zwangs- und Unterdrückungsmaßnahmen wie Verboten. Genauso gibt es auch die Freiheit zu, beispielsweise die Freiheit zum Lungenkrebs. Warum soll man Nichtrauchern diese Freiheit vorenthalten? Wir leben schließlich in einer Demokratie, in der jeder Mensch die gleichen Chancen haben soll, auch und gerade auf Karzinome. Heißt doch der Spruch der Liberalisten: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Krebs.

Ein weiteres Argument: „Wer keinen Rauch will, der kann ja woanders hingehen oder daheim bleiben.“ Richtig. Und mit derselben Logik fordere ich, das Alkoholverbot am Steuer zumindest auf den Autobahnen zu kippen. Das würde die Wirtschaften auch ankurbeln. Und wer nicht das Risiko eingehen will, von einem Typen mit 3,7 Promille und 200 km/h zerlegt zu werden, der kann ja auf der Landstraße fahren oder das Auto in der Garage stehen lassen. Das ist sogar besser für die Umwelt.

Wer sind denn überhaupt diese Menschen, die für ein Rauchverbot eingetreten sind? Linksgrüne katholische Hallodris wie Sebastian Franken(!!)berger. Der Typ hat ja sogar lange Haare. Beweisführung abgeschlossen.

Und schließlich das gewichtigste Argument, die Tradition. Seitdem die ersten bajuwarischen Stämme hier in unserem Land sesshaft wurden, haben sie geraucht. Die ersten Verträge mit den Römern wurden mit einer dicken Zigarre gefeiert. Jedes Kind kennt die frühmittelalterlichen Darstellungen, in denen Herzog Tassilo vom päpstlichen Gesandten eine Schachtel Marlboro übereicht bekommt. Klar, dass kaum einer der Befürworter handgezöpfelte Zigarillos aus dem bayerischen Wald oder Ton-Pfeife raucht, sondern traditionell bayerische Camels und Gauloises. Dumm nur, dass die Leute durch ein Rauchverbot vermehrt zu bayerischem Schnupftabak greifen könnten. Welch Traditionsbruch!

Advertisements

2 Kommentare

  1. Vor zig Jahren malte Marunde eine Wirtshaus-Szene mit dem Thema:

    Nichtraucher kommt in die schön verqualmte Gaststube und fragt höflich: „Stört es, wenn ich nicht rauche?“

    Meine Frage an Sie, geehrter unbekannter Autor: Stört es Sie, wenn ich Sie frage, ob Sie Bayern 2 hören?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s