Der Mann des Widerstands

Die Franken müssen in Bayern ja gegen allerlei Widerstände kämpfen. Einer hat den Widerstand zu seiner Lebensaufgabe gemacht. Nicht politisch, sondern physikalisch. Ein Gastbeitrag über den Erlangener Physiker Georg Simon Ohm.

Ob in einer Elektroheizung, Föhn oder Kaffeemaschine – überall findet man heutzutage einen elektrischen Widerstand. Es ist ein Effekt, der schon seit langem bekannt ist. Warum es so ist, haben wir einem Physiker namens Georg Simon Ohm zu verdanken. Er war gemeinsam mit Alessandro Volta und Luigi Galvani an der Begründung der Forschung über elektrische Ströme beteiligt.

Wird an ein Objekt eine elektrische Spannung U angelegt, so verändert sich der hindurch fließende elektrische Strom I proportional zur Spannung. Dieser Zusammenhang wird als „ohmsches Gesetz“ bezeichnet.
Georg Simon Ohm wurde am 16. März 1789 in Erlangen als Sohn des Schlossermeisters Johann Wolfgang Ohm geboren. Obwohl der Vater Handwerker war, interessierte er sich für Mathematik und Philosophie und wies die zwei Söhne zu Hause in die Geheimnisse der Mathematik ein. So bekam Georg Simon Ohm schon früh eine mathematische Ausbildung. Der Mathematik-Professor Karl Christian von Langdorf sagte über den damals 15-jährigen Georg Simon Ohm: „In einem fünfstündige Examen ging ich die wichtigsten Sätze der Elementarmathematik, der höheren Analysis und der höheren Geometrie durch und erhielt von ihm durchaus die promptesten richtigen Antworten auf alle meine Fragen.”
Auch die Schulakten weisen auf, dass Georg Simon Ohm auf Grund seiner guten Leistungen die Schule schnell durchlaufen hat und im April 1805 sein Abschlussexamen bestand. Der 16-Jährige widmete sich aber auch dem Tanzkurs, Schlittschuhlauf und spielte gerne Billard. Dabei machte er jedoch einige Schulden. Dies ärgerte seinen Vater sehr.
Kurz danach begann er an der Friedrich Alexander Universität in Erlangen Mathematik, Physik und Philosophie zu studieren. Nach einem Jahr musste er sein Studium aus finanziellen Gründen abbrechen und als Mathematiklehrer an einer Privatschule in der Schweiz arbeiten. Unter seinen Schülern galt er als ein guter Lehrer und war sehr beliebt.

Als er mit 22 Jahren nach Erlangen zurückkam, wollte er promovieren und bekam 1811 mit einer Arbeit über Licht und Farbe seinen Doktortitel und arbeitete als Privatdozent für Mathematik in Erlangen weiter. Er interessierte sich damals sehr für die unerforschte Elektrizität und gab den größten Teil seines Einkommens für eine heruntergekommene Physik-Sammlung und das chemische Labor aus und experimentierte eifrig. 1826 entdeckte er das heute nach ihm benannte Ohm’sche Gesetz, dem man mit Misstrauen und scharfer Kritik begegnete. Er lebte in bescheidenen Verhältnissen, viele seiner wissenschaftlichen Entdeckungen und Forschungen wurde von der Wissenschaft nicht ernst genommen. So wurde aus Ohm ein mürrischer und verbitterter Mann. “Was gilt schon das Ansehen eines Mannes im eigenen Lande, wenn er, unvermögend und deshalb ungeliebt, still Ergebnisse vorweist. Man wird ihn ignorieren, solange herausgeputzte schwachsinnige Schwätzer das große Wort an unseren Akademien führen”, so Georg Simon Ohm.
Der Physiker, der fast in alle Gebiete der Physik eingegriffen hat, starb 1854 in München an einem Schlaganfall. Nach ihm wurde die Bezeichnung für den elektrischen Widerstand „Ohm“ benannt. Heute findet man Georg Simon Ohms Physikalische Instrumente im Deutschen Museum in München.

Ein Artikel von Gamze Carpik
Ersterscheinung am 15.Januar 2014 in www.poltec-magazin.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s