Mönchsambach

Wer die B 22 von Bamberg nach Würzburg fährt (es funktioniert auch in umgekehrter Richtung), kommt durch einen kleinen Ort namens Mönchsambach. Das Mönchsambacher Bier der Brauerei Zehendner ist in der Region recht beliebt, was meiner Meinung nach nicht nur am Geschmack (da gibt’s viele gute Brauereien in der Gegend), sondern auch am lustigen Logo mit dem verschmitzten Mönch mit Bierkrug liegt.

Der Innenhof einer Brauerei kann auch so aussehen!

Der Innenhof einer Brauerei kann auch so aussehen!

Die B 22 führt durch eine leicht gewellte Landschaft, mit grünen Wiesen, ein paar Wäldchen, vollen Feldern. Mei, wie schön ist doch dieses Oberfranken. Da kommen wir auch an einem Straßenschild vorbei, auf dem Vorra steht. Da war doch was… Licht und Schatten liegen oft nah beieinander, zu dieser Thematik äußere ich mich an anderer Stelle vertiefter.

Wir fahren weiter und kommen in den Ort, einmal scharf um die Ecke gebogen und schon liegt rechterhand die Brauerei da.

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Zäune sind in Deutschland unabdingbar, in dieser Palisadenform können sie feindliche Horden abwehren und immer noch rustikal wirken.

Im Hof sehen wir einen schönen Bauerngarten mit Holzzaun. Ob von hier wohl auch Essen auf den Gästetisch kommt? Eine Aussicht in die Gegend gibt’s nicht, wir schauen auf das eher ältere Brauereihaus, aber dazwischen liegt ja der Garten und über uns beschattet uns eine Kastanie.

Zunächst ist Selbstbedienung angesagt. Das verkündet sogar ein eingemauertes Steinschild.

Vorbei an einem neuen, recht steril wirkenden Saal geht’s zur Küche. Da bestellen wir einen Schweizer Wurstsalat, zweimal Bratwürste mit Kraut und … ich schwanke zwischen der Hausmacherplatte und dem Kalten Braten. Letzterer wird’s dann auch. Und obwohl ich bei Kaltem Braten meist eher so lala Erfahrungen gemacht habe, habe ich diesmal eine bombenrichtige Wahl getroffen.

Im Lokal bestellen wir Johannisbeerschorle. Die Stube selbst ist gemütlich, zwei ältere Herren sitzen drin (an zwei verschiedenen Tischen), trinken ihr Bier und lassen die Sonne durch die Fenster scheinen.

Der Kalte Braten ist ein Schweinebauch, darum muss man ab und an die Knöchelchen rausfieseln, aber das ist nicht schlimm. Was ich noch nie bei einem Kalten Braten hatte: eine Kruste, die knurpst richtig lecker. Überhaupt ist der Braten gut mit Pfeffer und Steinsalz gewürzt. Dazu gibt es einen nicht zu scharfen Sahnemeerrettich auf enorm gutschmeckenden Salatgurken. Ein weiterer Höhepunkt ist das Brot, das hat eine tolle Kruste mit Röstaromen und kann in Sachen Würze dem Braten fast Konkurrenz machen. Übrigens selbstgebacken.

Kalter Braten statt kalter Kaffee. Schlechtes Wortspiel aber herausragende Brotzeit.

Kalter Braten statt kalter Kaffee. Schlechtes Wortspiel, aber herausragende Brotzeit.

Auch das Kraut der Kollegen überzeugt, das scheint echtes Fasskraut zu sein, also von Selbermachern den Mönchsambachern zugeliefert.

Wir wollen wieder ins Auto steigen aber halt: Wir können hier ja gleich Bier vom Winzer, ähm vom Brauer einkaufen. Einen Kasten Export und Lager gemischt. Das Lager ist etwas herber, das Export ist etwas würziger. Es schmeckt, aber allzuviel könnte ich davon nicht trinken.

Fazit: Wer Lust auf eine wirklich gute Brotzeit hat: Einkehren! Viel Selbstgemachtes kommt hier auf den Tisch, so lässt es sich fränkisch leben.

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