Wieder unterwegs in Regensburg

Regensburg hat mancherlei schöne Aussicht zu bieten.

Regensburg hat mancherlei schöne Aussicht zu bieten.

Nach einer munteren WG-Feierei fahren wir mit dem Taxi zur Scala. Das ist ein durchaus empfehlenswerter Club in der Innenstadt. Besonders wenn fm4-Party ist. Der österreichische Kulturexport bringt bei den Gästen ordentlich Wumms in die Bude. Wir trinken erst einmal einen Espresso, der jedoch schauderhaft schmeckt. Beim Einschenken des Cognacs meint es die Bedienung dafür umso besser. Weiterhin laben sich die Damen an einem Shot namens Apfelstrudel, der laut ihrer Aussage sehr bekömmlich ist. Ich begnüge mich mit alkoholfreiem Clausthaler. Im Scala ist am Samstag normalerweise SaturGay, d.h. hier trifft sich die „Community“ zum fabulösen Feiern. Einige sieht man heute auch, manche mit Glamour, manche mit äh, seltsamem Aussehen. Wir teilen unsere Sitzecke mit ein paar Damen, die sich sehr lieb haben und sich gegenseitig ihre durchtrainierten Bauchis zeigen, wenn sie sich nicht gerade busseln oder trinken.

Die Tanzfläche ist ziemlich voll, der Großteil der Leute tanzt rücksichtsvoll, bis auf ein paar gegelte Schnösel und einem Mucki-Proll, der Bier Richtung Tanzfläche spritzt.  Aber irgendwann ist es vier und das Licht geht an. Un-mö-glich. Draußen ist es nämlich eisig kalt.

Bibi Blocksberg morgens um 5

Im Hexenhäusle herrscht Zucht und Ordnung!

Im Hexenhäusl herrschen Zucht und Ordnung!

Zur Auswahl stehen das Mints oder das Hexenhäusl. Da das Mint um fünf zumacht, schauen wir uns mal die Hexen an.

Das Hexenhäusl wirkt wie eine Mischung aus Rockerclub und Weihnachtsschlussverkauf im Möbelmarkt. Ein Mann aus der Türkei o.ä. ist in einen Streit mit dem Türsteher verwickelt und spielt gerade die Karte aus: „Wir sind alle Menschen.“ Ahja. Ich bewege mich Richtung Tresen. „Alkoholfreies Bier?“ „Clausthaler.“ Nach einer Minute kommt die Bedienung wieder: „Haben wir doch nicht.“ Stattdessen trinke ich ein leckeres Zitronenlimo. Die Kollegen bestellen Bitter Lemon. „Mit Wodka?“ „Nein, einfach nur so, nur Lemon.“ „Sowas ist hier unüblich.“ Sie bekommen aber dann trotzdem das alkfreie Getränk.

Der Typ von vorhin streitet sich mittlerweile mit einem älteren Mann, ebenfalls aus dem Nahen Osten, und verkriecht sich schließlich in eine Banknische an der Bar.

Würstel werden nach einigem Hin und Her zubereitet, wir hauen uns in einer Fressattacke den Wanst mit Chips und Knabberzeugs voll. Das gibt’s hier nämlich in großen Schüsseln. Sehr nett. Außerdem spendet uns das Fett nach dem eisigen Herweg Wärme von innen. Nachdem unsere alkoholfreien Absacker geleert sind, machen wir uns auf den Weg in die Heia, aber nicht ohne vor dem Schlafengehen noch zwei Teller Chilli con Carne reinzumampfen.

Mittagessen

Am Morgen, also so gegen frühen Nachmittag sind wir dann wieder bereit zum Essen. Wir gehen ins Weißbräuhaus. Sehr schön mit den polierten kupfernen Braukesseln. Wir setzen uns in den ersten Stock.

Glänzendes Kupfer erfreut einen jeden Bayern.

Glänzendes Kupfer erfreut einen jeden Bayern.

Sehr löblich ist, dass hier selbst gebraut wird, und man für 3,90 die vier hausgebrauten Bierchen zu je 0,1 l verköstigen kann. Ein „Pro-Bier-Bier“ kostet einen Euro und kommt in einem winzig-putzigen Weizen-Gläschen. Das Helle schmeckt malzig-herb, hmhmhm naja. Mehr wurde nicht getrunken.

Die bestellte Johannisbeerschorle erinnerte stark an Traubenschorle, die man ebenfalls am Tisch trank, war aber gut. Die Leberknödelsuppe hat die Bedienung leider vergessen, der Schweinebraten war teilweise kalt, aber dafür war wenigstens der Knödel warm. Für die vergessene Suppe bekomme ich dann noch einen Espresso aufs Haus. Der hat gepasst.

Die Nachspeise gibt’s wie immer bei der Wurstkuchel. Diesmal nehme ich mir noch ein Gläschen vom selbergemachten Senf mit, Kostenpunkt: 1,50 Euro.

Lauwarmer Schweinebraten ohne Leberknödelsuppe schon weniger.

Lauwarmer Schweinebraten ohne Leberknödelsuppe schon weniger.

Der Weg in die Stadt führt uns an der Strudelei vorbei, ein kleiner Laden, der Strudelsorten in Hülle und mit Fülle führt. Die Zutaten stammen alle entweder aus der Region oder von österreichischen Bauernhöfen, hier steht also das Schlemmen mit gutem Gewissen im Vordergrund. Ich kaufe mir einen normalen Apfelstrudel (diesmal ist es kein Getränk) und wärme ihn am Abend nach Empfehlung des Verkäufers bei 180 Grad im Ofen 10 Minuten auf. Noja, schlecht ist er nicht, aber etwas mehr Gewürze könnte er schon vertragen.

Mittelalterliches Dinieren

Sehr groß, sehr hallig, aber nicht unbedingt steril

Hier feierten schon die alten Rittersleut‘

Die letzte Station führt uns in das Haus Heuport, direkt gegenüber des Domes gelegen. Über eine mächtige Außentreppe im Innenhof steigen wir hinauf in den ersten Stock.

Der Saal dort ist sehr groß und hoch, hat reizende Sitznischen an den gotischen Fenstern, weitere Säle warten mit Stuckdecken und tollen Sofas auf.

Die Bedienung ist sehr gesprächig und informiert uns über die geldigen asiatischen Besucher, ihre Armprobleme, schwule Kollegen und und und. Entweder wir schauen am Tag danach tatsächlich noch halbwegs gut aus, oder es liegt daran, dass hier im Moment zu wenig los ist.

Bei den Regensburger Decken lohnt sich der Blick nach oben

Bei den Regensburger Decken lohnt sich der Blick nach oben

Die Tiramisu ist sehr sahnig-üppig und voller Kakao, könnte allerdings noch etwas Amaretto und Kaffee vertragen. Die heiße Schokolade dazu taugt.

Wieder lässt sich sagen, dass man in Regensburg richtig schön fortgehen und dinieren kann. Allerdings lassen sich beim Einen oder Anderen noch ein paar Schräubchen zur Perfektion weiterdrehen.

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