Beim Heigl in Schirmitz

 

A allerscheynste Musi!

A allerscheynste Musi!

Der Heigl ist eigentlich eine Pension, draußen wirbt ein scheinbar selbstgemaltes Schild für Heigls Tanzcafé. Ein Tanzcafé! Dass es sowas noch gibt, irgendwie schön. Wir gehen um die Ecke und sehen in der Wirtsstube niemanden sitzen. Na was, nix los? Von wegen. Zoiglstuben sind in Wirtshäusern ja oftmals in Nebenräumen eingerichtet, wie auch hier. Noch ein paar Meter weiter treten wir ein in eine rappelvolle Bude und finden im hintersten Eck noch ein Platzerl an einem Tisch. Die Stube hat viel Holz, ist aber nicht allzusehr auf Zirbelstübchen o.ä. getrimmt, eher unaufdringlich. Wobei einen Großteil der Gemütlichkeit auch die zahlreichen Gäste ausmachen.

Kurz nachdem wir sitzen, spielt schon eine Musi auf, und zwar von den „Allerscheynst’n“ https://www.facebook.com/DieAllerscheynstn/ Mei, vom Ausschauen her sind’s halt typische Oberpfälzer, aber a bisserl eine von sich selbst klar überzeugte Selbstironie darf schon sein. Eigentlich in Tracht und mit Akkordeon, Tuba und Gitarre, haben sie aber auch Baseballkappen mit eingesticktem Edelweiß auf. Das ist wohl die nordbayerische Variante des Bajuwarenhipsters. Wobei der Ausdruck „Der Allerscheynste“ im Nordbayerischen nicht auf das Aussehen bezogen ist, sondern eher so eine Mischung aus „Öha“, „der Himbeertoni mit der Blechkrawatt’n“ und „a Hund is er scho“ bedeutet. Ihre Musik ist allerdings tatsächlich allerscheynst, sie macht ordentlich Laune, auch wenn es keine Beifallsstürme gibt. Schließlich sind wird immer noch in der Oberpfalz, und selbst im Zoigl hält sich der Oberpfälzer mit frenetischen Gefühlsausbrüchen zurück.

Der Zoigl ist vorzüglich, süffig, mild, herrlich. Da ist das Leben wieder schön!

 

An kalten Abenden ist so eine Stärkung sehr zu empfehlen.

An kalten Abenden ist so eine Stärkung sehr zu empfehlen.

Wir bestellen den Brotzeitteller, es hätte allerdings auch warme Gerichte gegeben. Wurscht, wir müssen ja erst einmal uns Übersicht über das breitere Angebot verschaffen. Der Leberkäs ist gut mit einer super Kruste. Der Bierschinken ist recht salzig, und das Fleisch drin recht hart. Die Teewurst ist seeeeeeeehr cremig, mild und würzig. Die Tomate ist gut, ebenso die recht dick geschnittene Salami und die Göttinger. Das Gurkerl ist a wengerl fad, das Geräucherte geht in die Richtung Schwarzwälder Schinken. Wenn das Brot eine etwas knusprigere Kruste hätte, wärs richtig gut.

Fazit: Der Zoigl und die Stimmung sorgen für gute Stimmung und gemütliche Wohlfühlatmosphäre, der Brotzeitteller ist solides Mittelfeld. Ruhig vorbeischauen!

 

Test vom 14.11.2015
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