Falkenberg

Falkenberg hat eine wunderschöne Burg, liegt am wunderschönen Waldnaabtal und hat zwei Wirtshäuser, in denen man wunderschöne Dinge essen kann. Ausgezeichnete Hausmannskost gibt’s im Prockl, gehobene Küche zu immer noch sehr guten Preisen findet man im Stern. In Letzterem gibt’s kurz nach Neujahr das Bauerntheater, das extrem witzig ist, solange die Darsteller sich nicht am Hochdeutschen versuchen. Auch die Falkenberger Kirwa ist legendär. Die Zoiglstuben sind ebenso auf jeden Fall einen Besuch wert. Einige Falkenberger Privatpersonen lagern ihren selbstgebrauten Zoigl in Felsenkellern unter der Burg, hier herrscht sommers wie winters stets das gleiche kühle Klima.

Wolfadl

Jemand meinte einmal, dass der lockenköpfige Wirt des Wolfadls ein Franke ist. Ist er aber nicht, er kommt aus einem Dorf in der Nähe, aber seine Frau spricht fränkisch. Der Wolfadl zählt meiner Meinung nach zu den drei besten Zoiglstuben überhaupt! Allein die Einrichtung hat so viel Liebe zum humorvollen Detail. Wir treten ein und sehen ein hergerichtetes Hütehäusel. Die Balken zum ersten Stock liegen frei, ihr Ende ist mit kunstvoll geschnitzten Gesichtern verziert. Winzig kleine Bildchen hängen an der Wand. Eine gemütliche Katze tapst auf den Balken herum und legt sich nieder, über den Köpfen der Gäste. Ja, auch Tiere können die Bavaritas leben! Am Eingang hängen Plakate für Bandauftritte. Da fällt auf, dass die Allgäu6 sieben Personen sind. Kaum sind die Leute in der Oberpfalz, vermehren sie sich schon.

Die Bedienung ist freundlich, die Bestellungen brauchen nicht extra lange.

Der Zoigl ist sehr bierig und wunderbar süffig, dezent und leicht hopfig, definitiv einer der besten.

Macht leider nicht satt: Das Geräucherte.

Macht leider nicht satt: Das Geräucherte.

Seit Kurzem hat der Wolfadl nun auch eine Brotzeitplatte. Der Leberkäse hat eine würzige Kruste, die etwas weniger salzig sein könnte, ansonsten schmeckt er aber wunderbar, fast cremig. Auch beim Presssack kann man nicht meckern. Die Polnische ist ein Traum, die Speckwurst ist gut, genauso wie die grobe Leberwurst. Sogar den Butterkäse kann man wegen seines feinwürzigen Aromas loben. Seine Würste bezieht der Wolfadl angeblich vom Krakauer Sepp. Wir haben starke Indizien, dass dieser Herr niemand anderes als Joe ist, von Joe’s Wurstladen in Bernstein. Dieses Original beliefert auch den Zoigl in Altenstadt.

Die Sulz wird von Falkenbergern Breckerlsulz genannt, weil sie keine Bratenscheiben, sondern Fleischbrocken enthält. Außerdem ist der Ziederer, also die Gelatine, nicht glasklar und fest, sondern eher locker und leicht trüb. Bei diesem erkennt man eine delikate Zitronennote, das Fleisch zergeht auf der Zunge und stammt sicher nicht von einem alten Braten. Allerdings hat man bei der Masse des Gerichtes ganz schön zu kämpfen. Die gekühlte Speise ist eher etwas für warme Sommertage als für einen kalten Winterabend.

Die Käsekrainer sind sehr fein und nicht salzig, sie knorpeln nicht rum, schmecken aber leicht fettig und könnten etwas würziger sein.

Die Krakauer ist richtig groß und würzig, der Fettgehalt (oder –geschmack) hält sich in Grenzen. Das beiliegende Kraut ist leicht säuerlich. Passt.

Einfach nur saugut: Das sauere Dreierlei.

Einfach nur saugut: Das sauere Dreierlei.

Das Geräucherte ist Mittelfeld, sehr fein geschnitten, eine Portion macht leider nicht satt.

Der Wurstsalat beinhaltet eine grobe, sehr dünn geschnittene Fleischwurst mit Zwiebeln im Essigsud. Prädikat: gut und reichlich.

Das saure Dreierlei sollte man ebenfalls in Erwägung ziehen: Presssack, Wurstsalat und Limburger (oder Romadur): Da spielt die Musik auf!

Fazit: Wer von meiner Begeisterung noch nicht angesteckt ist, der sollte seine Legasthenie im Wolfadl kurieren.

Schwoazhansl

Der Schwoazhansl ist der jüngste der Falkenberger Zoiglstuben. Auch er in einem restaurierten Haus mit neuem Anbau. Die Stube ist im ersten Stock und ist recht groß, viele Holzbalken tragen zur Gemütlichkeit bei, allerdings wirkt der Raum noch recht neu. Es dauert, bis alles Patina ansetzt. Es gibt aber auch kleinere Nebenstuben, da sitzt man dann a wengerl enger beieinander. Von Nachteil ist die steile Aufgangstreppe, die könnte manchem Hardcore-Fan evtl. gefährlich werden.

Die Bedienung ist sehr aufmerksam.

Der Schwoazhansl inspirierte den Kommandanten der Altneihauser Feierwehrkapell’n zu folgendem Spruch:

„Wir danken Ihnen, dass Sie kamen,

und etwas Zoigl zu sich nahmen,

denn der Wirt allein hätt’ Mühe,

mit dem Vernichten seiner Brühe.“

Der Zoigl hat einen typischen Zoiglgusto, sehr klar und frisch, allerdings auch hopfig und im Nachgeschmack leicht zitronig.

Außerdem gibt’s Stoapfälzer, ABZQ und Hirschkuss. Diesen findet man ja mittlerweile des Öfteren in Szenekneipen. Er schmeckt rass und hat eine leichte Kaffeenote. Obwohls wohl ein Kräuter ist (?).

Die Schwoazhansplattn kann man für 3,80 käuflich erwerben. Darauf befinden sich eine Leberwurst, die gut würzig ist, aber auch etwas salzig und ein bisschen grober sein könnte. Der Leberkäse ist ein Traum, fleischig und gut gebacken. Der Presssack hat gutes Fleisch und wenig Knorpel, viel Ziederer, schmeckte aber leicht alt. Die feine Teewurst ist cremig und hat ein leichtes Raucharoma, super. Ihre grobe Schwester ist ebenso cremig und erinnert an eine Polnische. Der Käse ist a wengerl buttrig und sehr gut. Eine Empfehlung bringt auch das Geräucherte mit, ausgezeichnet, leicht salzig und gut geräuchert. Die Speckwurst fällt etwas ab, sie ist so lala und hatte einen alten Gout.

Fazit: Etwas früher hingehen, dann wirkt der große Raum nicht so leer. Das Dinieren kann man hier jedem ans Herz legen.

Kramer Wolf

Der Zoigl beim Kramer ist wohl der bekannteste in Falkenberg. Die Stube ist recht gemütlich wenn sie voll ist, einige Zoiglgeher sind es auch, vor allem wenn im oberen Saal ein Fest gefeiert wird. Die Bedienung ist freundlich und auch auf Zack. So kann man hier in der Bauerntheaterpause bestellen, trinken, essen und zahlen und ist wieder rechtzeitig zurück im Saal vom Stern.

Der Zoigl selbst schmeckt süffig und leicht wie ein Helles. Er ist eher spritzig und hat einen leicht malzigen Nachgeschmack.

Das Geräucherte ist nicht so spektakulär, während wir da waren schmeckte es eher zäh und tendierte Richtung Lachsschinken.

Die Blut- und Leberwürste, ja mei, da sollte man den Kollegen fragen, der betreibt heute noch Ursachenforschung. Wofür? Ja mei.

Die Hausmacherplatte hatte ich vor Ewigkeiten mal probiert, da war sie durchaus annehmbar. Denn ich hab sie als Nachspeise nach einem Essen im Stern verschnabuliert, und wenn man da noch Platz im Magen hat, muss es wohl gut sein. Falkenbergern zufolge soll das Essen im Kramer am Besten schmecken.

Fazit: Den alteingesessensten Zoigl sollte man schon mal besucht haben.

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