Neualbenreuth

Alles was das Herz begehrt (und dort die Arterien sauber hält).

Alles was das Herz begehrt (und dort die Arterien sauber hält).

Der Roidl in Neualbenreuth gehört zur Metzgerei Schöner und wird sogar von Leuten empfohlen, die in Windischeschenbach am Zoigl sitzen. Allerdings, so sagte man, sei es sehr schwer dort einen Platz zu bekommen. In einer stürmischen Wintersnacht wagten wir es trotzdem. Auto am Marktplatz geparkt und hinein ins Haus. Drinnen war tatsächlich noch ein Tisch frei.

Die Atmosphäre erinnert an ein Wirtshaus, das war es ja auch einmal. Die Stimmung ist gut, aber nicht lärmig. Ein älterer Akkordeonspieler sorgt für ein beschwingtes Miteinander, sein Verstärker sorgt dafür, dass man auch mit den richtigen Bass-Beats beschwingter sitzt.

Wie schmeckt der Zoigl? Ja schon fein. Der ist nämlich vom Oppl, da erübrigt sich jede Kritik, gerstig, mild, wunderbar, für 1,80 Euro.

Der Brotzeitteller ist durchaus zu empfehlen. Der Leberkäse ist wirklich sehr gut und hat eine würzige tolle kleine Kruste. Auch der rote Presssack mundet, da er recht wüzig ist. Der weiße passt, er hat wenig Ziederer. Dann finden wir auf dem Teller eine Wurst, die Krakauer oder Braunschweiger sein könnte, würzig und gut, allerdings dürfte sie nicht salziger werden.
Mit dem Salz hat man leider auch nicht bei der Leberwurst gegeizt, schade. Die Schinkenwurst passt durchaus, der Käse ist buttrig-herb. Selten, ich denke praktisch nie, findet man Sahnemeerrettich auf einem Brotzeitteller, hier ist er richtig gut, cremig und mild. Die Sauergurke ist knackig, schmeckt aber a weng komisch. Das Ei kann was. Der Brot ist schon sehr fein und leicht würzig.

Was finden wir noch am Teller? Geräuchertes. Davon sollte man unbedingt einen ganzen Teller bestellen. Also so ein ausgezeichnetes, umwerfendes Geräuchertes bekommt man selten. Es ist heiß geräuchert, recht mild, schmeckt fleischig und zergeht auf der Zunge. Ganz ganz toll!

Das Tatar, ja mei. Lieber das Geräucherte essen.

Das Tatar, ja mei. Lieber das Geräucherte essen.

Weniger toll fanden wir das Tatar. Zuerst fragen wir die Bedienung, was das denn wohl sei. Schulterzucken. Sie fragt kurz nach, und informiert uns, dass sei sehr frisches Rinderhack. Das Tartar kommt schon mit Zwiebeln und wieder mit ordentlich Salz auf den Tisch, daneben liegen noch eine Portion Zwiebeln, eine Portion Sauergurken und eine Portion Butter. Die Konsistenz ist cremig, fleischig, man schmeckt deutlich die Zwiebeln und das Salz. Der Eigengeschmack ist dagegen leicht metallisch. Hm, brauch ich jetzt nicht mehr. Wobei andere Stimmen dieses sehr gelobt haben, wie auch die Gulaschsuppe. Die haben wir dann aber nimmer zwingen können.

Fazit: Der Zoigl mit Wirtshausatmosphäre ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber so etwas findet sich mittlerweile immer häufiger. Wegen des Bieres lohnt sich ein Besuch, noch mehr aber wegen des Geräucherten!

 

Test vom 10.01.2015

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