Vinzenz in Hammerles

Wenn Parksteiner vom Zoigl schwärmen, dann meinen sie meist den Vinzenz in Hammerles.

So muss eine Zoiglstube zu vorgerückter Stunde aussehen!

So muss eine Zoiglstube zu vorgerückter Stunde aussehen! Alles konzentriert sich auf die Bar.

Der Vinzenz wurde aufgrund der regen Nachfrage in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut. Auch wenn der dritte Raum früher einmal ein Carport war, bei den neuen Räumen (drei zählen wir insgesamt) haben die Betreiber auf Zünftigkeit geachtet. Wir sitzen zunächst in der Stube neben dem Bullerofen, der zum Glück nicht heizt.

Die Stimmung ist schon am Kochen, die Wirtin höchstselbst spielt auf dem Akkordeon Schlager, Trinklieder und weitere besinnliche Sachen. Jemand begleitet sie auf dem Waschbrett, ein Herr dirigiert mit dem Teppichklopfer.

Zum späteren Abend umschmeichelt ein älterer Herr in neonfarbener Warnjacke die liebreizende Bedienung, die ihm aber etwas irritiert (wohl wegen der Signalfarbe) widerstehen kann. Der Wirt selbst ist ein sehr umgänglicher Mann, mit dem man gleich ins Gespräch kommt. Wenn er Zeit hat.

Der Zoigl selbst stammt vom Schoilmichl aus Neuhaus. Der schmeckt im Vorgeschmack recht süffig, später bekommt er eine fast glühweinartige Note. Weiterhin gibt es die formidablen Brände und Liköre vom Kriechenbauern. Allerdings ist der Zoigl irgendwann leergetrunken. Der Wirt hat zwar noch einige Fässer, aber die sind noch nicht fertig gereift. Und unausgereiften Zoigl ausschenken, sowas kann sich kein Wirt heutzutage mehr leisten. Ich bleib bei der Apfelschorle, die Kollegen trinken Helles oder Weizen.

Ok, die Bildaufteilung ist nicht so doll und die Sauergurke habe ich auch schon mal schöner fotografiert. Trotzdem lassen sich hoffentlich im Hintergrund die Polnischen erahnen.

Ok, die Bildaufteilung ist nicht so doll und die Sauergurke habe ich auch schon mal schöner fotografiert. Trotzdem lassen sich hoffentlich im Hintergrund die Polnischen erahnen.

Beim Vinzenz findet sich eine Besonderheit: Es gibt sowohl eine Hausmacherplatte als auch einen Brotzeitteller. Der Brotzeitteller nennt sich Vinzenzbredl und war leider nicht verfügbar. Die Hausmacherplatte heißt Wurzelsepp und kostet 4 Euro. Der feine Leberkäse ist ganz ok, ebenso die je zwei Scheiben roter und weißer Presssack. Die stopfen ordentlich, beim roten täte etwas mehr Fleisch, beim weißen etwas säuerlicherer „Ziederer“ gut. Herausragend schmeckt die Polnische, davon gibt’s auch zwei Scheiben, leider ist der Durchmesser einer Polnischen um ein vielfaches kleiner als der des Presssacks. Sehr gut ist die feine Leberwurst. Die Speckwurst ist nicht von schlechten Eltern. Das Greicherts tendiert eher in Richtung Lachsschinken. Gut, aber mit etwas festem Fett. Das Brot ist würzig-knusprig gebacken. Die Sauergurke passt. Besonders froh haben mich die Radi-Scheiben gemacht, sowas sieht man selten. Überhaupt nicht holzig, ein Gedicht. Und so ein Gemüse ist doch allerweil gesund.

Das Zoigl 7erlei habe ich nicht probiert, es scheint aber auf jeden Fall jeden satt zu machen: Wir finden darauf Sauerkraut, ein Wienerl, eine Regensburger, eine andere dicke Wurst, ein ordentliches Stück Wammerl und drei Dotschs. Das sind jetzt nur sechs Teile, ich vermute der siebte ist entweder ausgegangen oder es handelt sich dabei um das Senfpackerl.

Fazit: Der Hammerles ist auf jeden Fall eine Reise wert. Einziger Nachteil: Einer muss halt fahren.

 

Test vom 06.01.2014

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