Waldsassen

Die Klosterstadt Waldsassen ist für ihre großartige Basilika bekannt, und natürlich auch für die Bibliothek. Kenner wissen, dass man in dieser Stadt auch gut essen kann. Ein Kommunbrauhaus hat die Stadt leider nicht, dafür aber zwei Zoiglstuben.

 

Der Zoigl am Eck

Die Käseplatte ist ordentlich dekoriert. Der Gemüse- und Obsttrend auf den Platten in jüngster Zeit ist unter dem gesundheitlichen Aspekt sehr zu loben!

Die Käseplatte ist ordentlich dekoriert. Der Gemüse- und Obsttrend auf den Platten in jüngster Zeit ist unter dem gesundheitlichen Aspekt sehr zu loben!

Wir haben den Zoigl am Eck besucht. Leicht zu finden, wer aus der Basilika kommt, linkerhand ca. 300 Meter.

Wir treten ein, und finden eine halbvolle Zoiglstube vor uns, aber es ist ja auch unter der Woche. Die Stube ist nicht ungemütlich, viel Holz, vielleicht hat man es mit dem Uralt-Wandschmuck etwas übertrieben. Weniger wäre hier mehr.

Es riecht etwas nach Fritteuse, was uns an den Rotballer Zoigl in Tirschenreuth erinnert. An den Tischen um uns herum sitzen eine Familie mit Kindern, Leute, die etwas zu besprechen haben, junge Paare und ein paar Suffnigel.

 

Der Zoigl selbst schmeckt äußerst bekömmlich, wir vermuten ihn geschmacklich aus Mitterteicher Produktion. Nicht allzu hopfenbetont und herb, auch nicht zu hefig, sondern eher mild und süffig.

Die Bierdeckel zeigen eine kleines logo und eine große Kassecker-Werbung, kein Wunder, stammt der Bauriese doch aus Waldsassen.

So, kümmern wir uns jetzt einmal um das Essen. Ist ja schließlich wichtig. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, hahaha.

Die Tagesangebote lassen wir diesmal außer Acht, wobei sie doch schon sehr verlockend wirken. So hat man doch an einem Tag tatsächlich Schweinebraten angeboten, hach!

Der Kollege macht eine Sonderbestellung, eine Käseplatte nur mit Emmentaler. Darüber gibt’s keine Klagen, das Auge isst mit und verputzt die dazugelegten Feigen. Der Geschmack des Südens im achsokalten Norden.

Welch buntes Allerlei!

Welch buntes Allerlei!

Der Brotzeitteller kommt im Anschluss und ist wie man es aus diesen Stuben kennt, überreichlich belegt. Welch heldenhafter Kampf steht uns bevor!

Der rote Presssack ist anscheinend recht frisch, da er sehr cremig ist. Wir finden darin fast keine Fleischstücke, sondern mehr das rote, hm, wie heißt das, hm Zeugs. Schmeckt recht schokoladig.

Eine Besonderheit auf einem Brotzeitteller ist der kalte Braten. Den findet man sonst praktisch nie, allerdings ist er a wengerl trocken. Dann schon lieber Greicherts.

Der obligatorische Leberkäse ist kein Ausrutscher nach oben, er ist jetzt nicht schlecht, eher so im leicht unteren Mittelfeld.

Die Sauergurke schmeckt dagegen vorzüglich. Als ich am Ende sehr zu kämpfen habe, mach ich mir eine Oberpfälzer Schokobanane. Nur statt Banane Sauergurkerl in der Mitte und außen rum statt Schoko Leberkäse. Und wieder ein Fleischteil weniger.

Glücklicherweise gibt es auf diesem Brotzeitteller allerlei Gemüse. Die Paprika ist so lala, das Radieserl auch. Die Salatgurke dagegen ist recht gut und erfrischend, die Tomate passt gut zum Käse, der ganz ok ist.

Zwei Salamischeiben findet man auch eher selten, die gehen so. Mit Bierschinken kann man mich normalerweise ja jagen, doch auf dem Brot ist er durchaus geschmackvoll. Die Jagdwurst passt so, ist allerdings recht fleischig.

In der Mitte der Platte thront ein ordentlicher Klecks Obazda. Der ist ziemlich grob und ungehobelt wie er ist suppt er auch noch unten rum und das ganze Brett voll. Das verfälscht natürlich das hochoffizielle Testergebnis der umliegenden Würste. Er schmeckt ziemlich intensiv nach Camembert, sogar teilweise nach Camembertrinde.

So, nun will ich aber zum Schluss noch etwas besonders loben, nämlich die Krakauer. Die ist würzig, nicht zu salzig, richtig gut. Da hättens ruhig noch was drauflegen können.

Fazit: Das nächste Mal greif ich zu den Tagesgerichten. Der Zoigl selbst schmeckt exquisit, die Stimmung in der Stuben war gut, aber ruhig, was vielleicht auch daran lag, dass wir unter der Woche da waren.

 

Test vom 11.09.2014
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